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Thursday, 9. September 2010
 
 
INNSE: Bullen überfallen Lager Drucken E-Mail
Monday, 17. November 2008
Neuste zwei Meldungen vom Arbeitskampf bei INNSE-Mailand vom 10.11. und 16.11.08:

INNSE: Genta, der Provokateur 10.11.08

Äusserst gespannte Lage am letzten Dienstagmorgen bei INNSE. Mehrmals wurden Zusammenstösse mit den Ordnungskräften nur knapp vermieden. Genta, der Fabrikbesitzer, hatte vom Untersuchungsrichter die Erlaubnis zum Betreten der Fabrik, die bekanntlich von Amtes wegen geschlossen wurde, und zwar um im Auftrag des regionalen Umweltschutzamtes ARPA (Agenzia Regionale Protezione Ambientale) Giftabfälle zu entsorgen. Er wollte nun die Gelegenheit benützen, um das Erdgas abzustellen, das zur Grundversorgung für die Aufrechterhaltung des Betriebs gehört. In dieser Absicht wartete Genta auf dem Fabrikgelände mit zur Unterzeichnung vorbereiteten Aktenstücken auf die Techniker des Gasversorgungs-Unternehmens SNAM. Danach wäre der INNSE der Gashahn zugedreht worden. Seit der Räumung der Fabrik am 17. September benützt niemand mehr das Erdgas. Weshalb sollte es abgestellt werden, während Verhandlungen über die Weiterführung der Produktion durch einen neuen Eigentümer laufen? Eine reine Provokation also seitens von Genta, der um jeden Preis Zusammenstösse zwischen der Polizei und den Arbeitern herbeiführen will, in der Absicht diese als streitsüchtige Aufrührer erscheinen zu lassen, die vor dem Werkstor hausen, und um dann den Abbruch des Basislagers und die Entfernung der Arbeiter zu verlangen, da diese die öffentliche Ordnung gefährdeten. 

Als die SNAM-Angestellten die Arbeiter sahen, die im strömenden Regen in mehreren Reihen Ketten vor dem Werkstor bildeten, fest entschlossen, sie nicht hineinzulassen, hielten sie an um mit ihnen zu sprechen. Die Arbeiter erklärten den SNAM Leuten, dass man bei laufenden Verhandlungen einem Betrieb nicht den Gashahn zudreht und dass sie deshalb nicht von der Stelle weichen würden. Daraufhin stiegen sie in ihren Dienstwagen und kehrten dorthin zurück, woher sie gekommen waren. Während einiger Minuten war das Klima zwischen den Ordnungskräften und den Manifestanten äusserst gereizt, und die Lage entschärfte sich erst mit dem Rückzug der SNAM-Angestellten, die den gesunden Menschenverstand walten liessen statt unter allen Umständen ihren Auftrag auszuführen. 

Unterstützen wir den Kampf der INNSE-ArbeiterInnen, der in den 6. Monat eingetreten ist!  Ihr Kampf ist der Kampf aller Arbeiterinnen und Arbeiter, die sich nicht länger von den Unternehmern fertigmachen lassen wollen!

Spenden aus der Schweiz können einbezahlt werden auf: Postcheckkonto Nr. 65-2522-7, SEV Bellinzona, Vermerk: Lotta operai INNSE

(Übersetzung eines Berichts auf www.operaicontro.it ) 

 


 INNSE: Überraschungsangriff der Polizei um 5 Uhr morgens (16.11.08)


Den Mannschaftswagen bleibt kaum Zeit um anzuhalten, als Dutzende von Polizisten in Kriegsausrüstung und im Sturmschritt sich in zwei Flügeln vor den Werkstoren aufstellen, die Reihen geschlossen, ausgerüstet mit Schild und Schlagstock. Genta persönlich sowie die Techniker des Gasversorgungs-Unternehmens SNAM betreten in Begleitung der Beamten der Staatsschutzpolizei DIGOS das Werk und schliessen die Gashahnen. Die gleiche Aktion, die eine Woche zuvor bei hellem Tage von den Arbeitern, die sich vor dem Werkstor aufgestellt hatten, verhindert worden war, hat nun das von Genta gewollte Ziel erreicht. Um es durchzusetzen, sind sie überraschend im Morgengrauen gekommen, wenn das Basislager weniger stark besetzt ist. Hätten sie es nochmals tagsüber versucht, es wäre ihnen wahrscheinlich nicht gelungen.

Einen Tag zuvor durchquerte der Protestumzug der INNSE-ArbeiterInnen die Stadt und gelangte zum Sitz der AEDES, der Immobilienfirma und Besitzerin des Geländes, auf dem die INNSE steht, wo sie ihrer Wut freien Lauf liessen. Unerwartet, haben die Arbeiter dann dort das Gebäude betreten, zur Verwunderung der Angestellten, denen es nicht jeden Tag passiert, eine Demonstration von Arbeitern zu sehen, die laut Sprechchöre gegen die Entlassungen rufen. Die Protestaktion war beschlossen worden, nachdem am Vortag ein Treffen zwischen dem möglichen Käufer der INNSE (die Industriegruppe ORMIS) und der AEDES ergebnislos verlaufen war. Diese Begegnung hat an der Situation nichts verändert, es scheint, dass die AEDES alles still halten will, solange Genta, der gegenwärtige Besitzer (oder jemand an seiner Stelle) nicht die Rechnung mit AEDES beglichen hat und es ihm im Gegenzug zu einer fast unentgeltlichen Miete des Geländes nicht gelungen ist, die Fabrik zu „leeren“, sowohl von den Maschinen, als auch von den Arbeitern, die sich vor den Werkstoren angesiedelt und bis jetzt jeden Versuch zur Demontage erfolgreich abgewehrt haben. Und inzwischen sind fünfeinhalb Monate vergangen. 

Nachdem es einem aus der Direktion von AEDES zu Ohren gekommen war, dass sie andernfalls nicht von der Stelle gewichen wären, bequemte er sich, mit den Arbeitern zu sprechen. Die Frage, zu der sie eine genaue Klärung wollten, lautet: Ist AEDES bereit - ja oder nein - das Gelände an ORMIS zu vermieten? Die Antwort steht noch aus, nachdem der Vertreter eine solche nicht hat geben können oder wollen und sich stattdessen verpflichtet hat, sie in den nächsten Tagen zu liefern, nach vorgängiger Konsultation des Verwaltungsrates. In der Zwischenzeit wird erwartet, dass die Stadt Mailand den INNSE-ArbeiterInnen bezüglich der eingegangenen Verpflichtungen die geschuldeten Antworten gebe. Es geht um die Zusicherung, wonach für den Fall, dass die AEDES das Gelände zur Weiterführung der P roduktion nicht vermieten will, dieses als Industriegelände dennoch nicht für andere Zwecke als jene vom Zonenplan vorgesehenen verwendet werden kann. 

(Übersetzung eines Berichts auf www.operaicontro.it)


 
 
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