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Genf: Putzpersonal droht mit Streik |
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Monday, 5. July 2010 |
In Genf könnte es wieder zum Streik am Flughafen kommen. Dieses Mal droht das Putzpersonal der ISS. Hier das Communiqué der vpod:
Reinigungsfirma ISS riskiert Streik am Flughafen Genf, pünktlich zu
Ferienbeginn
Seit rund 16 Jahren haben die
Gewerkschaft vpod und die Reinigungsfirma ISS einen Gesamtarbeitsvertrag
(GAV) für die Flugzeugreinigung am Flughafen Genf. Leider musste der
vpod feststellen, dass die ISS systematisch massiv zu tiefe Löhne
bezahlt und den Gesamtarbeitrsvertrag verletzt. Die ISS weigert sich,
die GAV-Löhne zu bezahlen und hat stattdessen den seit 16 Jahren
bestehenden GAV per 30. Juni 2010 gekündigt. Die ISS will die
Monatslöhne ab morgen, 1. Juli um bis zu 1300 Franken tiefer festsetzen.
Damit riskiert die ISS einen offenen Arbeitskonflikt – und zwar genau
im Moment, wo die Feriensaison beginnt. Die ISS ist die grösste Reinigungsfirma
weltweit und auch die grösste in der Schweiz. In Genf betreibt die ISS
Aviation SA Genève die Flugzeugreinigung. Etwa 140 Mitarbeitende
arbeiten dort im Schichtbetrieb und an 365 Tagen im Jahr auf der
Flugpiste, insbesondere Innenreinigung der Flugzeuge, Leerung der
Fäkalientanks der Flugzeuge, Frischwasserversorgung der Flugzeuge,
Personaltransporte auf der Piste. Nach bisherigem GAV (gültig bis heute,
30. Juni 2010) verdienen Reinigungsmitarbeitende (mit mindestens 50%
Beschäftigungsggrad) je nach Lebensalter und Erfahrung zwischen Fr.
3‘658.10 und Fr. 4‘847.75 im Monat. Die ISS hat systematisch neue
Mitarbeitende mit tieferen Löhnen eingestellt und weigert sich, die von
der ISS unterschriebenen GAV-Löhne zu bezahlen. Per heute hat die ISS
den GAV gekündigt und will ab morgen, 1. Juli 2010, ein Lohnsystem
einführen, wo der Maximallohn bei Fr. 3‘550.- (statt Fr. 4‘875.75)
liegt. Dieser massive Lohnabbau im
Tieflohnbereich ist umso skandalöser, als die ISS-Manager sich selber
grosszügige Löhne und Lohnerhöhungen gewähren. Die Gewerkschaft vpod ist nicht bereit,
diesen Abbau hinzunehmen. Die ISS setzt mit dieser Dumpingpolitik den
sozialen Frieden aufs Spiel und riskiert für die beginnende Feriensaison
Streiks am Flughafen Genf. Der vpod kämpft für die Weiterführung und
die Einhaltung des bisherigen GAV. Die Flugzeugreinigung wurde 1994 von der
damaligen Swissair an die Reinigungsfirma Hasco ausgegliedert. Dabei kam
es damals schon zu Lohnkürzungen. Mit einem Streik hat der vpod damals
einen Gesamtarbeitsvertrag für die Flugzeugreinigung durchsgesetzt. Kurz
darauf wurde die Hasco vom ISS-Konzern (Sitz in Kopenhagen) aufgekauft.
Der heutige GAV besteht seit 1994 und wurde letztmals 2009 erneuert. Medienmitteilung
als PDF Auskünfte: Stefan Giger, vpod Generalsekretär
(deutsch, französisch, italienisch) 079 296 77 07 Yves Mugny, vpod Sekretär Genf
(französisch) 076 731 29 12
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