kopiert von https://barrikade.info/ZH-GiletJaunes-Angriff-gegen-Rustungsfirma-B-T-2076

Wir haben heute 25.3.19 den Sitz der Rüstungsfirma B+T an der Widenholzstrasse 1 in 8304 Wallisellen mit Feuerwerk angegriffen. Die Firma produziert unter anderem die Granatwerfer der französischen Polizei, deren Einsatz gegen die Gilets Jaunes in den vergangenen Monaten zu zahlreichen Verletzungen wie ausgeschossenen Augen geführt haben. Wir solidarisieren uns mit dem Aufstand der Gelbwesten. Diese Aktion bettet sich in den Aufruf ein, die Polizeigewalt in den Fokus der Proteste zu rücken. Unter anderem drückte sich dieser Aufruf in einer massenhaften und militanten Mobilisierung nach Paris auf den 16. März aus, bei der die Strasse die Dynamik an sich riss und unerschrocken den Kampf erneut und intensiviert in das Herz des französischen Kapitals trug.

 

Today (3-25-19) we attacked the office of weapons company B+T at the Widenholzstrasse 1 in 8304 Wallisellen (Switzerland) with fireworks. Among other things, this company produces the guns used by the French police to fire flashballs. These have injured many in the past months and permanently damaged the eyes and limbs of many of the Gilets Jaunes. We stand in solidarity with the uprising of the Gilets Jaunes. Our action is part of the call to focus on police violence against the Gilets Jaunes. This call led to a massive and militant mobilization in Paris on March 16 during which the protests in the streets regained power and the fight was carried into the heart of french capital.

Seit dem letzten November erfasst ein Aufstand ganz Frankreich. Jedes Wochenende sind über 100’000 Menschen in ganz Frankreich auf der Strasse. Die Bewegung der Gilets Jaunes hat mit Protesten und Blockaden gegen Dieselsteuern begonnen und ist zu einem der stärksten und militantesten Klassenkämpfen geworden, der das politische System Frankreichs in seinen Grundfesten angreift.

Die Gilets Jaunes stehen exemplarisch für die Krise der bestehenden Herrschaftsverhältnisse. Die Politik von Macron zeigt mit welcher Arroganz die Bourgeoisie ihren Angriff auf das Proletariat weitertreibt. Mit der ständigen Drohung reaktionärer Kräfte im Rücken haben die Herrschenden jegliche Zurückhaltung verloren. So kündete Macron just nach Steuersenkungen für die Bourgeoisie die Dieselsteuern an, die die Arbeitenden hart treffen sollten.

Die Gilets Jaunes zeigen aber auch auf, in welcher desolaten Situation sich Reformisten und Gewerkschaften befinden. Gegen alle Angriffe der Klasse wollten und konnten die Reformisten und die Gewerkschaften nichts entgegensetzen.

In diese Krise der bisherigen Herrschaftsform haben die Gilets Jaunes einen Keil getrieben. Mit ihnen hat sich ein neuer Teil des Proletariats auf das Parkett gehievt - radikal, militant und vor allem mit entschlossenem Durchhaltewillen. Was grosse Gewerkschaftskampagnen nicht geschafft haben, ist den Gilets Jaunes gelungen. Sie waren die einzigen, die eine solche Stärke bewiesen haben, dass sie die Macht der Regierung herausfordern konnten. Wenn es bisher auch eher taktische Mänöver waren, so musste Macron doch auf den Druck der Strasse eingehen und seine Pläne teilweise zurücknehmen.

Damit ist die Gilets Jaunes Bewegung längst nicht mehr nur eine Bewegung mit ökonomischen Forderungen, sondern eine politische Kraft.

Alle Versuche der Regierung, dieser Bewegung die Zähne zu ziehen, sind gescheitert: Integrationsversuche durch Gespräche mit "Anführern" wurden abgelehnt. Der Vorschlag, die Bewegung auf parlamentarsiche Politik zu lenken und Wahllisten aufzustellen, verlief im Sand. Der Einfluss faschistischer und reaktionärer Kräfte in der Bewegung wird immer wieder zurückgedrängt. Die Lügen der bürgerlichen Medien über sinkende Protestzahlen und die elitäre Stigmatisierung der Bewegung als dumpfer reaktionärer Protest offenbaren nur noch die Distanz zu den Erfahrungen der kämpfenden Massen. Die Bewegung ist unbeeindruckt und erfasst Woche für Woche neue Menschen, organisiert sich und wird politischer. Sie greift verschiedene soziale und politische Brennpunkte auf, verhält sich dazu und ist damit verbunden mit den verschiedensten Kämpfen der Klasse (bspw. die Solidarisierung mit Streikenden bei Amazon, der Kampf gegen die rassistische Bullengewalt oder der antifaschistischen Praxis).

Natürlich setzt Macron umso stärker und umso erbarmungsloser immer mehr auf pure Repression. Die Bewegung soll mit Gewalt niedergeschlagen werden. Zahlreich sind mittlerweile die Toten, die Zahl der Verletzte geht in die Hunderte und tausenden soll der Prozess gemacht werden. Brutal soll dieser Aufstand von unten abgewehrt werden. Darin spielen die Gummigeschosswerfer der Schweizer Firma B+T ihre eigene Rolle. Viele sind schwer verletzt worden, als die französische Polizei auf Kopfhöhe zielend aus nächster Distanz in die Demonstrationen schossen. Nebst den Flashballs und Schlagstöcken sind dies wohl die Waffen, welche zahlenmässig am meisten verletzten. Darum haben wir diese Firma herausgegriffen, die mit ihrem Rüstungsexport so exemplarisch für die Rüstungsindustrie in der Schweiz ist, und angegriffen.

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