Frauenbefreiung heisst das System zerschlagen – organisiert kämpfen

Es war ein sehr frauenkämpferisches Wochenende zum diesjährigen 8.März! Die Frauenbewegung hat gezeigt, dass wir unsere Parole durchaus ernst meinen: Wir fragen nicht, wir kommen! Wir fragen nicht, wir bleiben… wir bleiben kämpferisch und wir bleiben auf der Strasse. Genau das haben wir an diesem Wochenende gemacht und damit zentrale Plätze, Strassen und den Verkehr über Stunden lahmgelegt. Ganz im Sinne von: Wenn Frau will, steht alles still.

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Kommuniqué zur kämpferischen 8. März Demo in Basel

Rund 700 FLINT-Menschen haben sich an diesem 8. März selbstbestimmt Basels Strassen genommen um ein entschlossenes Zeichen für Gleichberechtigung, für Solidarität, für Widerstand und für Selbstbestimmung zu setzen. In den aktuellen Zeiten der voranschreitenden Faschisierung auf der ganzen Welt, erachten wir dies als extrem wichtig! Wir können uns nicht erlauben ruhig zu bleiben. Deshalb waren wir heute auf der Strasse, trotz Coronavirus!

In Zeiten, in denen im globalen Norden vor einer Ansteckung mit dem Virus gewarnt wird, während im globalen Süden Tausende von Menschen an der Europa-Aussengrenze brutal ermordet werden und unter unmenschlichen Bedingungen in überfüllten Lagern untergebracht werden, müssen wir unsere Stimmen erheben!

Die Demo zog vom Theaterplatz zum Waaghof, durch die Steinenvorstadt, über die Freie Strasse und zum Marktplatz. Auf der Route wurden Parolen gerufen, gesungen und getanzt. Die Stimmung war gut, solidarisch, laut und kämpferisch. Vorm Spiegelhof konnte einer unnötigen und provokativen Blockade der Polizei deeskalativ begegnet werden. Der Demozug drehte sich und zog stattdessen über die Schifflände auf die Mittlere Brücke. Damit konnten wir diesen Versuch der Staatsgewalt, zu eskalieren und uns zu spalten, abwehren. Auf der Mittleren Brücke beendeten wir die Demonstration selbstbestimmt und ausgelassen mit einer Tanzperformance und dem Aufführen des Tanzes «el violador eres tú», Bezug nehmend auf die feministischen Kämpfe in Chile und in Solidarität mit allen Menschen, die den heutigen 8. März kämpfend begangen haben.

Unsere Kritik ist grundsätzlich, sie ist internationalistisch und sie ist solidarisch. Wir leben in einem Wirtschaftssystem, das auf Profit ausgerichtet ist und das täglich zahlreiche Opfer fordert, um bestehen zu können. Dies nicht etwa in den kapitalistischen Zentren des globalen Nordens, wo reiche Industrienationen von dem Gefälle profitieren, sondern anderswo, nämlich im globalen Süden, wo Frauen* beispielsweise unter unmenschlichen Bedingungen und für einen Hungerlohn die Klamotten für Frauen* in den reichen Industrienationen herstellen, während eine unüberwindbare und mörderische Europa-Aussengrenze dafür sorgen soll, dass diese Verhältnisse aufrecht erhalten bleiben. Gegen diese Missstände gehen wir auf die Strasse und erheben wir unsere Stimmen. Und wir lassen uns nicht blenden oder einschüchtern von einem vom Bund verordneten Versammlungsverbot als heuchlerische Massnahme zum Schutz der Bevölkerung vor einem Virus. Nicht solange im selben Zuge in derselben Stadt Menschen in Ausschaffungsknästen eingepfercht bleiben und somit der Möglichkeit beraubt werden sich selbstbestimmt vor dem Virus zu schützen. Auch nicht, solange Personen, die im Verkauf tätig sind, also Gegenstände von Hand zu Hand reichen, was laut des Bundes ein sehr hohes Ansteckungsrisiko darstellt, oder die in Grosskonzernen mit über 1000 Mitarbeitenden tätig sind, weiterhin ihrer Lohnarbeit nachgehen müssen. Wir organisieren uns kämpferisch und selbstbestimmt, und schreien in die Welt hinaus, was wir durchschauen: geschützt wird in erster Linie die Wirtschaft und diejenigen, die dem Kapital nützlich sind, also in dieser Gesellschaft «einen Wert» haben.

Es ist auch dieses Wirtschaftssystem, das eine patriarchale Herrschaft benötigt, um bestehen zu können. Machtverhältnisse müssen dazu ständig neu produziert werden. Somit ist es auch dieses System in dem FLINT-Menschen (Frauen*, Lesben, intersexuelle, nonbinäre und Trans* Menschen) tagtäglich und weltweit Unterdrückung und Benachteiligung aufgrund des Geschlechts erleben. Die vermeintliche Freiheit der Frauen* in der «modernen Gesellschaft» ist nur einer von vielen Versuchen, die nach wie vor bestehende Unterdrückung durch das Patriarchat auszublenden. Angebliche Chancengleichheit führt dazu, dass von Frauen* nicht mehr “nur” erwartet wird Sorge- und Pflegetätigkeiten zu leisten, sondern gleichzeitig auch noch erfolgreich im Beruf zu sein, Sport zu treiben, an ihrem Aussehen zu arbeiten und den sexuellen Rollenbildern zu entsprechen. Und die Gewalt tritt auch weniger subtil zu Tage. So werden FLINT-Menschen weltweit Opfer von Feminiziden, werden zwangsverheiratet, vergewaltigt, sexuell belästigt, gesteinigt und verstümmelt, versklavt oder als Kriegsbeute behandelt. In der Schweiz wird fast jeden Tag eine Person wegen ihrer sexuellen Orientierung, oder ihrer Geschlechtsidentität Opfer von verbaler, psychischer oder physischer Gewalt. Trans*Personen sind massiver Gewalt in Form von Drohungen, sozialem Ausschluss, sexuellen Übergriffen, Gewalttaten und Mord ausgesetzt. Diese Zustände dulden wir nicht!
Die aufgeführten Beispiele sprechen klar dafür, dass wir es mit einer systemisch-verankerten Unterdrückung zu tun haben, die strukturelle Interessen verfolgt. In unserer rassistischen und sexistischen Gesellschaft wirkt sie sich am stärksten auf diejenigen unter uns aus, die von mehreren Diskriminierungsformen betroffen sind. Uns ist längstens klar, dass wir es bei der Gewalt nicht mit individuellen «Hasstaten» oder tragischen Einzelfällen zu tun haben. Sondern mit Normen, die tief in unserer Gesellschaft verankert sind und die als fester Teil in Bildungssystem, Strafsystem und in der Erziehung weitergegeben werden sollen.

Und die Gewalt zieht noch weitere Kreise: FLINT-Personen die sich dessen bewusst werden und die sich organisieren, werden weltweit systematisch angegriffen und ermordet. Tragische und erschütternde Beispiele aus dem letzten Jahr sind die Ermordung der brasilianischen Politikerin Marielle Franco, die auf grausame Weise mit 4 Kopfschüssen in den Strassen in Rio de Janeiro hingerichtet wurde. Oder die Ermordung der Trans*-Aktivistin Julie Berman letzten Dezember in Toronto. Dies sind nur zwei Beispiele gezielter Ermordungen widerständiger FLINT-Personen, für welche es kein Vergeben und kein Vergessen geben wird.

Mit Ausbeutung und mit Gewalt wird weltweit darauf abgezielt, FLINT-Personen als gesellschaftliche Gruppe systematisch einzuschüchtern. Wir sollen uns unterordnen, ruhig bleiben, gute Miene zum bösen Spiel behalten. Doch wir lassen uns nicht einschüchtern! Wir organisieren uns! Eure Drohungen, Übergriffe und Einschüchterungsversuche funktionieren wie Öl in unserem widerständigen Getriebe!
Weltweit bauen sich diverse queerfeministische und Frauen*-Bewegungen gegen die patriarchale Unterdrückung und gegen den fortgeschrittenen Rechtsrutsch weiter aus. Rojava, Mexiko, Argentinien, USA, Irland, Deutschland oder Indien sind nur einige der vielen Orte, wo sich der Widerstand gegen das Patriarchat offensiv organisiert. Mit dieser weltweiten Bewegung solidarisieren wir uns und setzen auch diesen 8.März, 110 Jahre nach der Ausrufung des internationalen Frauen*-Kampftags, ein starkes Zeichen für Gleichberechtigung, für Solidarität, für Widerstand und für Selbstbestimmung!
Unser Kampf ist solidarisch, er ist revolutionär und er ist internationalistisch!

Keine Ruhe bis nicht Alle* frei sind!
Schulter an Schulter gegen den Sexismus!
Schulter an Schulter gegen den Faschismus!

BS: Keine Einzige* mehr!

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Rund 600 FLINT-Personen haben sich am 25. November in Basel die Strassen genommen und ein kämpferisches und entschlossenes Zeichen gesetzt: Für die Selbstbestimmung über unsere Körper und gegen die tief in der Gesellschaft verankerte Gewalt an uns!

Wir sind wütend und traurig über jede einzelne Frau*, die von ihrem (Ex-)Partner ermordet wird. Oft verharmlosend als «Eifersuchtsdelikte» betitelt, sind es schweizweit mindestens zwei Frauen* pro Monat, die getötet werden und noch viel mehr weltweit. Die erhobenen Statistiken schliessen Menschen aus, die sich nicht im binären Geschlechtsmodell verorten und die Dunkelziffern müssen um ein Vielfaches höher sein. Dies nehmen wir nicht stillschweigend hin! Schluss mit der Gewalt an uns! Wir haben es satt, dass wir selbst oder unsere Freund*innen sexualisierte Gewalt, die so viele Gesichter hat, erleben und dies die Norm sein soll!

Am 25. November, dem internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen*, aber auch an jedem anderen Tag, erheben wir unsere Stimmen gegen die gesellschaftlichen Bedingungen die diese Gewalt erst ermöglichen: Frauen* sind oft ökonomisch von Männern abhängig, weil sie für die gleiche Arbeit weniger verdienen und ein Grossteil der Sorgearbeit auf ihnen lastet. Oder weil sie sich nicht aus einer Ehe trennen können, weil sie sonst die Aufenthaltsbewilligung verlieren würden. Wir leben auch in einer Gesellschaft, in der Frauen* viel zu oft als Objekte angesehen werden, die sich anstatt um ihre eigenen (sexuellen) Wünsche um diejenigen ihrer Partner kümmern sollen. Menschen die sich nicht in vorgefertigte Schubladen stecken lassen, werden in unserer Gesellschaft ausgeschlossen, entwertet und verfolgt. Wenn wir bedroht, geschlagen und ermordet werden, hat es damit zu tun, dass wir gesellschaftlich weniger gelten, dass wir oft nicht ernst genommen und übergangen werden, und dass wir in unsere „Rolle“ verwiesen werden sollen.

Wir gedenken an diesem Tag, der 1981 als Antwort auf die brutale und hinterhältige Ermordung der drei Schwestern und Feminist*innen Mirabal in Lateinamerika initiiert wurde, ausserdem allen Opfern von sexualisierter Gewalt weltweit und solidarisieren uns mit den queerfeministischen Kämpfen auf der ganzen Welt. Unsere Demonstration, nur eine von vielen an diesem Tag, war gross, laut, entschlossen und kämpferisch. Sie machte die Situation für Frauen* in den schweizer Gefängnissen ebenso deutlich wie die Lage der Frauen* in Rojava, das seit beinahe zwei Monaten von der Türkei angegriffen wird. Sie setzte ebenso ein Zeichen für geschlechtliche Vielfalt wie für ein selbstbestimmtes, solidarisches Miteinander. Wir wollten uns an diesem Tag von cis-Männern weder eine Bewilligung geben, noch eine Route vorschreiben lassen – und cis-Männer hatten an der Demo auch nichts zu suchen. Wir haben unsere Kraft gespürt und gezeigt.

Ein Angriff auf Eine* ist ein Angriff auf alle! Wer Eine* angreift, muss mit uns allen rechnen!

Flugblatt 25.11.: Gewalt an Frauen zu bekämpfen heisst, revolutionäre Prozesse vorwärts zu treiben

Gewalt an Frauen zu bekämpfen heisst, revolutionäre Prozesse vorwärts zu treiben

Der Frauenkampf gewinnt an Stärke. Antipatriarchale Stimmen verschaffen sich Gehör und wir tragen unseren Widerstand auf die Strasse. Trotzdem werden geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt bis hin zu Femiziden als Einzelfälle und Familiendramen angeschaut. Dank dem Druck der Frauenbewegung wurden in den letzten Jahrzehnten Gewaltschutzmassnahmen eingeführt und die Situation verbesserte sich ein wenig. Diese Massnahmen fokussieren aber weiterhin auf die Kriminalisierung der Täter. Die Opfer bleiben alleine und ohne gesellschaftliche Unterstützung. Gleiches gilt für trans-, inter- und nonbinäre Menschen, welche von sexualisierter Gewalt und sexistischen Übergriffen ebenso betroffen sind. Es fehlt an Ressourcen für Schutzräume, Frauenhäuser und vor allem fehlt der Aufbau von langfristigen Lebensperspektiven für die Betroffenen.

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