Das Gesundheitspersonal wüsste, was zu tun wäre

Der Aufbau hat einen runden Tisch mit Personen aus dem Gesundheitswesen gemacht. Die Probleme sind je nach Institution, Fachbereich und Funktion sehr verschieden, doch alle teilen die Meinung, dass Profit und ein gutes Gesundheitswesen unvereinbar sind. Ökonomisierung bewirkt Personalmangel, Zeitdruck und zerstörerischen Stress. Würde man das Personal fragen, es wüsste, wie ein Gesundheitswesen zu gestalten ist, das für das Wohl aller sorgt und das Personal dabei nicht kaputt macht. 

Eine Fachperson Gesundheit (FaGe) aus einem privaten Altersheim, eine Pflegefachfrau aus einem städtischen Pflegezentrum, zwei Pflegerinnen auf Intensivstationen und drei Assistenzärztinnen aus unterschiedlichen Spitälern sind dabei. Es gibt keinen Smalltalk, es geht mitten ins Geschehen. Wer im Gesundheitswesen Sorgearbeit leistet, hat Sorgen. Wir fragen, was unmittelbar nützen würde, um zu entlasten. «Nie mehr geteilte Schicht» antwortet die FaGe wie aus der Pistole geschossen und eine Assistenzärztin fragt: «Was ist das?». Schichten, die frühmorgens und abends zu leisten sind und dazwischen ‘Zimmerstunden’ haben, kennt die Notmedizin nicht. 

Das Gesundheitswesen ist divers. Es ist nicht egal, ob du in einer öffentlichen Einrichtung arbeitest oder in einer privaten. Ein Altersheim unterscheidet sich vom Pflegezentrum, noch mehr vom Spital. Auch sind Pflegende und Ärzt_innen weder auf der gleichen Hierarchiestufe, noch haben sie die gleichen Probleme. 

Wer im Gesundheitswesen Sorgearbeit leistet, hat Sorgen

Die Unterschiede können extreme Formen annehmen, wie die eine der Intensivpflegerinnen ausführt: «Während der ersten Welle hat eine total ungleiche Verteilung stattgefunden. Teilweise haben Kliniken Kurzarbeit angemeldet und wir haben durchgerackert und da war schon ein grosser Frust, dass wir gemerkt haben: Es wäre gar nicht nötig gewesen, dass man die Menschen, die man betreut, so gefährdet. Dass man das Personal so gefährdet.» Eine Assistenzärztin berichtet: «Ich habe noch nie so wenig gearbeitet, wie in der ersten Welle» eine andere: «Es stimmt, jedes Haus schaut nur für sich. Bei uns wurden gewisse Medikamente gehamstert und anderorts haben sie gefehlt. Genauso mit den Masken.» «Wir hatten in der ersten Welle viel zu wenige Masken» sagt die FaGe. «Wir mussten unsere Masken behalten und sterilisieren, das war grauenhaft!» und die Intensivpflegerin wieder: «Wir waren komplett am Anschlag, aber die Spitalleitung hat Hilfsangebote von ausserhalb ausgeschlagen. Jetzt in der zweiten Welle ist es besser. Seit sie gemerkt haben, dass der Bund für die verschobenen Operationen nicht aufkommt, läuft die Koordination der Corona-Fälle super. Sie sind vor allem daran interessiert, die elektiven Eingriffe so lange wie möglich weiterzufahren.» Nicht der Notstand hat zur Veränderung geführt, sondern der wirtschaftliche Zwang, so viel wie möglich zu operieren und das Defizit aus der ersten Welle abzuarbeiten. Genauso in einem anderen Spital: «Bei uns wurden Säle geschlossen während dem Tagesprogramm, aber die Nächte durchoperiert, weil plötzlich alles zum Notfall erklärt wurde.»

Sie spielen auf Zeit, aber gerade Zeit fehlt

Alle stimmen der Assistenzärztin ganz selbstverständlich zu, wenn sie sagt, dass über Ökonomisierung wohl nicht debattiert werden müsse. Das sei allen im Gesundheitswesen ohnehin klar. «Alle klagen über die vollen Züge. Aber öffnet die SBB die 1. Klasse? Niemals, die Schweiz ist klassenbewusst. Nie mehr darf ein CEO in die Nähe eines Spitals kommen!» schliesst sie aufgebracht. «Ja, Gesundheit und Profit schliessen sich wirklich gegenseitig aus. Wir arbeiten in diesem Sparkorsett in einem Widerspruch. Entweder ich arbeite bis zum Umfallen oder ich vernachlässige meine Patient_innen. Ich finde das missbräuchlich.» sagt eine Pflegerin. 

«Nie mehr sollen Eingriffe passieren, aus dem alleinigen Grund, dass sie ökonomisch wertvoll sind» findet die Chirurgin und die Pflegerin: «Die Pflege muss eine eigene Disziplin sein, die abrechenbar ist. Egal wie gut die OP war, du stirbst, wenn du danach nicht gepflegt wirst. Aber weil das nicht in Rechnung gestellt wird, wird da ständig gekürzt.» Die FaGe interveniert: «Und wenn wir im Altersheim versuchen, mehr Geld für einen besonders schwierigen Fall zu bekommen, dann verlangen Krankenkassen und IV Verlaufsprotokolle. Die haben dann unsere Pflegeassistent_innen geschrieben, diese haben aber keine Zeit für Protokolle und sowieso keine Ausbildung dafür, fast alle haben Migrationshintergrund und können sich nicht so gut ausdrücken. Die Krankenkassen lehnen sowieso ab!» «Immer» sagt die Pflegerin aus dem Pflegezentrum wütend. «Die Strukturen sind so hierarchisch und veraltet.» «Und ganz ehrlich: Die Strukturen sind auch auf allen Ebenen tief sexistisch.» fügt die Ärztin an. 

Die andere Intensivpflegerin betont die fehlende Mitbestimmung: «Ich war sehr betroffen, dass ich für die Öffentlichkeit arbeiten gehen musste, aber nichts zu sagen hatte.» 

Die Pandemie empfindet sie als noch nie erlebte Extremsituation: «Sogar die alten Hasen und Häsinnen sagen das, sowas haben sie noch nie erlebt, ein bisschen vergleichbar mit Krieg. Deshalb spreche ich auch nicht mehr von ‘Burnout’, ich finde das Wort ‘Moral Injury’ angemessener, wir leiden unter posttraumatischen Belastungsstörungen, wie die Kriegsveteranen. Die erste Welle habe ich in einem grossen Spital erlebt, das war nicht lustig,  wir hatten Angst, die Ungewissheit war gross. Die zweite Welle finde ich nun noch schlimmer, weil alles aufgearbeitet wird, Betten wurden belegt und alles auf Kosten unserer Gesundheit gepusht. Das Personal wird verheizt und die Stimmung ist schlecht.» «Belastungen finden auf vielen Ebenen statt. Ich wurde z.B. als Notärztin in ein Heim gerufen, der Patient wollte auf keinen Fall ins Spital, hatte eine Verfügung. Ich habe ihn über seinen Willen hinweg hospitalisiert, weil das Personal dort die Mehrarbeit auf keinen Fall hätte verkraften können. Eine schwerwiegende Entscheidung, eigentlich unvorstellbar. Und auch die vielen Todesfälle, besonders in der zweiten Welle, jüngere Menschen sterben nach einer oftmals langen Behandlung. Es ist sehr hart.» 

Widerstand 

«Bewirken diese traumatisierenden Zustände denn auch Widerstand?», wollen wir wissen. «Es gibt viel Frust» lautet die lakonische Antwort. Die Intensivpflegerin schildert als Beispiel die Irrwege ihrer Forderungen: «Wir hätten uns z.B. einfach mal ein warmes Essen gewünscht während diesen 13 Stunden Schichten.» Auf die Mail an die Direktion kam die Antwort, da sei der Stadtrat zuständig, der Stadtrat verwies seinerseits auf die Direktion. Dem Kampf stehen viele Hürden im Weg, das ist klar. Einerseits die Erschöpfung und der Zeitdruck, ausserdem die Erfahrung, nichts zu sagen zu haben. Andererseits ist da die Unmöglichkeit, in diesem System, das zutiefst falsch ist, Nachhaltiges zu bewirken. Wer Gesundheit statt Profit sagt, muss mit langem Atem zu kämpfen bereit sein. Das ist viel verlangt. «Auf der einen Seite sehe ich, dass man sich schon fast ein bisschen daran gewöhnt, dass man es schon fast als Realität akzeptiert hat und viel Hoffnung auf die Impfung setzt. Auf der anderen Seite sehe ich auch viel Erschöpfung, auch dadurch, dass wir immer mehr Leute in kürzeren Abständen sterben sehen. Einige legen eine Pause ein, weil sie wirklich erschöpft sind.»

Trotz allen Hürden gibt es auch kämpferische Erfahrungen, wie eine Assistenzärztin ausführt: «Den Prozess der Entlassungen der Chefärztin der medizinischen Klinik des Spital Uster und des Chefarztes der medizinischen Klinik des Spital Bülach habe ich relativ nahe miterlebt. Es hat mir vor Augen geführt, wie alles von Ökonomisierung dominiert wird. In beiden Fällen haben sich Chefärztin und Chefarzt für das Wohl der Patient_innen und des Personals und für eine gute Medizin, wahrscheinlich für eine gründlichere Medizin, als mittlerweile standardmässig im Rahmen von stationären Abklärungen betrieben wird, eingesetzt. Es ist davon auszugehen, dass sie deshalb mit sofortiger Wirkung freigestellt wurden. Dies hat zu viel Empörung und schliesslich auch zu Reaktionen geführt. Der Berufs- und Hierarchie-Gruppen übergreifende Protest des Spital Bülach hat zwar nicht zur Erfüllung der eigentlichen Forderung, nämlich der Wiedereinstellung des Chefarztes geführt, dennoch ist bemerkenswert, dass personelle Änderungen in der Spitaldirektion und im Verwaltungsrat folgten. Auch im Spital Uster wurde die Forderung nach der Wiedereinstellung der Chefärztin laut. Es wurden Briefe an die Spitaldirektion und öffentliche Briefe versandt, um die Forderung und den Unmut kundzutun. Es hat viel Austausch über das Vorgehen gegeben. Alle Entscheidungen wurden im Team gefällt und die Briefe durch das Team der Ässistenzärzt_innen der medizinischen Klinik geschlossen unterzeichnet. Es folgten mehrere Sitzungen mit der Spitaldirektion. Ich habe erlebt, wie die Forderungen auf sehr professionellem Niveau ausgesessen wurden. Salamitaktik: da mal eine Sitzung, dort mal eine Sitzung. Sehr nette Angebote, dass man über alles sprechen könne, für alles eine Lösung finden würde. Passiert ist nichts. Am meisten ärgert mich, dass sie uns mit der Salamitaktik gekriegt haben. Schliesslich ist uns der Atem ausgegangen und wir haben uns wieder von Stress und Alltag vereinnahmen lassen.» Die Gegenwehr der Direktion spielt auf Zeit, genau das, was im Gesundheitswesen knappe Ware ist, es bricht die Dynamik der Auseinandersetzung. «Ich glaube, dass man die ersten drei Tage alles auf den Kopf stellen muss. Drei Wochen später geht das schon nicht mehr, da ist nur noch die Hälfte der Leute dabei und sechs Wochen später sind es noch die fünf Nasen, die das vorher schon wollten.»

«Wie ist kämpfen jetzt möglich?» fragen wir. Auch hier fallen die Antworten unterschiedlich aus. «Ich glaube, wichtig ist, dass man im Betrieb drin ist, um Druck auszuüben. Es liegt viel Macht bei den Menschen, die am Patientenbett stehen.» «Was mich enorm inspiriert hat, waren Beispiele von Streiks aus anderen Ländern. Es braucht Leute wie uns mittendrin. Leute, die gute, kompetente Arbeit leisten und geschätzt werden. Die können anziehen und etwas in Gang bringen.» «Ich identifiziere mich extrem mit dem Beruf. Ich suche den Konflikt wirklich nicht und bin auch eher ängstlich. Und trotzdem: gerade um etwas Gutes zu machen, ist es unablässig, dass man reagiert und die Umstände nicht hinnimmt. Ich glaube, dass es Vernetzung braucht, Leute die dran bleiben, die Ideen haben und die sich trauen. Ich habe daraus gelernt und weniger Angst für das nächste Mal. Ich habe auch schon viel investiert in diesen Beruf und ich möchte gut darin sein und Gutes machen. Wehren wir uns. Wir wollen etwas zum Besseren verändern.»

Öffentliche Aufmerksamkeit als Chance

«Hat die Pandemie auch positive Seiten gehabt?» fragen wir. «Die Kollegin hat ja von Arbeit der Pflege auf Augenhöhe gesprochen. Das war in der Intensivpflege schon so. Ich habe noch nie so eine enge, intensive Zusammenarbeit erlebt wie bei COVID 19, eigentlich vor allem mit Oberärzt_innen. Auf COVID 19 waren alle Beatmungen extrem komplex.» «Das habe ich auch so erlebt» bestätigt die Assistenzärztin die Intensivpflegerin. «Es gibt so viele Krankheiten, bei welchen ich mit meiner Therapie den Krankheitsverlauf entscheidend verändern kann, nicht jedoch bei COVID 19. Da kann ich ein bisschen regulieren, aber wir kennen nichts, was heilt. Die Therapie besteht vor allem in der Unterstützung der Atmung und der intensiven Pflege.» «Und das hat dazu geführt, dass wir halt alle Hand in Hand an den Betten gearbeitet haben, für alle Umlagerungen. Da ist man immer 6 oder 7 Leute. Da waren wir eigentlich alle mit dran dabei.» Neben diesem konkreten Beispiel einer situationsbedingten Abflachung der Hierarchien, gibt es Hoffnung auf die öffentliche Aufmerksamkeit, die dem Gesundheitswesen vermehrt geschenkt wird: «Die Pandemie ist endlich eine Chance, breit zu sensibilisieren und aufmerksam zu machen und die Leute auch mitverantwortlich zu machen. Es ist unsere Gesundheit, unser Gesundheitssystem. Hoffentlich haben jetzt nach COVID alle ein Interesse daran, ein zugängliches Gesundheitssystem zu haben.» «Ich denke, die Dringlichkeit ist stark gewachsen, das ist das Positivste am Ganzen.» bestätigen andere. 

Und im Anschluss an die Demo, die in Bülach stattgefunden hat und wo viele der Interviewten waren, hat sich eine spontane Gruppe gebildet. «Unser Ziel, so wie ich es verstanden habe und wie ich es auch weitertragen möchte, ist, dass wir eine Sensibilisierung der breiten Bevölkerung erzielen möchten, indem wir an die Öffentlichkeit gehen. Wir planen eine Demonstration diesen Frühling und im Vorfeld wollen wir so wertvolle Sachen wie diesen Artikel machen.» Der Kampf im Gesundheitswesen tobt nicht, aber er geht weiter und das soll er auch, wirklich zum Nutzen der Allgemeinheit. «Wenn nicht jetzt, wann dann?»

Aus: aufbau 104

Ideologischer und materieller Kampf um die Arbeitslosenkassen

Für viele Stellensuchende im Kanton Zürich gibt es während der Coronazeit wenig zu lachen. Steht die heutige Unerbittlichkeit der regionalen Arbeitsvermittlungen stellvertretend für den politischen Wind gegen die Arbeitslosenversicherung von morgen?

(az) Mehrere Jahre lang arbeitete Frau M. als Putzhilfe in Privathaushalten, am Flughafen sowie als Nanny in einer reichen Gemeinde am Zürichsee. Wegen der Coronakrise verlor sie im April 2020 zwei ihrer drei Stellen; seither ist sie beim RAV (Regionale Arbeitsvermittlung) angemeldet. Das lokale RAV forderte – nicht nur von ihr – einen Teil der monatlichen Bewerbungen in elektronischer Form ein. Das wiederum bedeutete, dass Frau M. – welche über keine vertieften Kenntnisse in Sachen Computer und Onlinebewerbungen verfügt – Externe Hilfe holen musste. Über ihren Bekanntenkreis wusste Frau M. von einer Beratung in einer Zürcher Agglomerationsgemeinde, welche gegen Bezahlung Online-Bewerbungen für Klient_innen der regionalen Arbeitsvermittlungen anbietet. Frau M. hatte keine Wahl; sie nahm diese Dienstleistung in Anspruch. Nach nur zwei Wochen erkrankte die Dienstleisterin an Corona. Frau M., weder der deutschen Sprache mächtig noch erfahren in Sachen Computernutzung, stand ohne Online-Bewerbungen da. Da sie in Folge dieser Begebenheiten die Bewerbungen erst etwas zu spät an das RAV weiterleiten konnte, erhielt sie Einstelltage: Frau M. wurde für die fehlenden Bewerbungen sanktioniert. Dies geschah mit der Begründung, dass es ihre eigene Sache sei, wie sie die Onlinebewerbungen (während dem Lockdown) organisiere. Obwohl Frau M. alles in ihrer Macht stehende tat, wurde sie von der Arbeitsvermittlung bestraft – auch in einer Zeit, in der kaum freie Stellen auf dem Markt zu finden waren.

Sanktionen über Sanktionen

Frau M. ist vielleicht ein krasses Beispiel für die Unerbittlichkeit, mit der die Regionalen Arbeitsvermittlungen derzeit gegen viele Arbeitslose vorgehen, allein ist sie indes nicht. Als der Bundesrat im März 2020 den Lockdown verkündete, versprach Bundesrat Guy Parmelin gleichzeitig Nachsicht gegenüber den Arbeitslosen. Doch das politische Versprechen entpuppte sich als irrelevant für die kantonale und regionale Praxis und somit als leer. Viele Leute, welche auf die Taggelder der Arbeitslosenkassen angewiesen sind, berichten von Sanktionen. Frau M.’s Einsprache, welche eine politische Aktivistin für die Zürcher Unterländerin formulierte, wurde abgewiesen. Im Kanton Zürich mehren sich die Stimmen und die Berichte über ähnliche Geschichten wie jene von Frau M. 2012 erhielten 28% aller Arbeitslosen Sanktionen. Die Tendenz war in den letzten Jahren stets steigend, im Jahr 2019 sahen sich 32% der Leute mit Strafen konfrontiert (der Kanton Obwalden bestraft fast die Hälfte aller Arbeitslosen). Für das Jahr 2020 will das Seco die Zahlen der Kantone (noch) nicht veröffentlichen; angeblich könne man diese nicht ins Verhältnis zu den Vorjahren setzen. Der Verdacht liegt nahe, dass die Anzahl Einstelltage nochmals drastisch in die Höhe stieg und das ebenso geschönt und verschleiert werden soll, wie es Parmelin mit der konkreten RAV-Praxis tut.

Politischer Angriff auf die Arbeitslosenkassen

Dass die Arbeitslosenkasse dereinst ein umkämpftes Terrain werden könnte, darauf deutet seit mehreren Monaten einiges hin. Der regionalen Praxis in Zürcher Gemeinden eilt eine Politik der leeren Kassen auf Bundesebene voraus. Der SVP-Bankier Thomas Matter reichte im Juni 2020 und somit kurz nach dem Lockdown einen Vorstoss auf nationaler Ebene ein. Demnach sollten Arbeitslose aus verschiedenen Ländern ungleich behandelt werden – dies je nachdem, wie viele Menschen der gleichen Staatsangehörigkeit auf Arbeitslosengeld angewiesen sind. Dieser Vorstoss glänzte nicht nur durch offenen Rassismus. Ein zentrales Moment lag im Versuch, mitten in der Corona-Krise den Angriff auf die letzten Elemente gesellschaftlicher Solidarität zu lancieren. Es war dies nicht der erste Versuch, auf dem Rücken von ausländischen Staatsangehörigen Sozialabbau für alle zu betreiben. Auf jeden Fall gelang es der SVP als erste Kraft, das Thema der Arbeitslosenkasse für ihre Politik der Klassenspaltung zu besetzen. Sie meinen die ganze werktätige Klasse, wenn sie von «Ausländer_innen» sprechen.

Ökonomischer Druck auf die Kassen

Woher das Geld für die heute weitverbreitete Kurzarbeit letztlich kommen wird, ist nicht gänzlich geklärt. Auch wenn es über die Arbeitslosenkassen abgerechnet wird, wird sie diese wohl nicht unmittelbar belasten. Die Erfahrung zeigt aber, dass nach der Krise ein gewaltiger ökonomischer Angriff auf allen Ebenen folgt. Weil die Arbeitslosenkasse oder die AHV Sozialwerke darstellen, auf welche die gesamte Klasse angewiesen ist, sind sie Projekte, die die Bürgerlichen nicht einfach widerstandslos angreifen können. Darum versuchen sie es spalterisch, rassistisch, oder mittels Salamitaktik wie beim Rentenalter. Es sind dies Themen, die das Potenzial haben, dass sie verschiedene Klassensegmente der Lohnabhängigen bewegen. Sowohl Frau M. als auch ein beliebiger ABB-Ingenieur sind betroffen. Und viele andere auch.

Aus aufbau 104

Das Virus und seine SkeptikerInnen

 

Das Aufkommen des neuen Corona-Virus konfrontiert uns nicht nur schlagartig mit neuen Erscheinungen wie gesperrten Grenzen, geschlossenen Schulen, Polizeistunden und Notrecht. Auch die sogenannten Corona-SkeptikerInnen sorgen für Diskussionen. Der Versuch einer Analyse.

 

(agafz) Die Corona-Pandemie ist ein gefundenes Fressen für Verschwörungserzählungen. Allen diesen Erzählungen gemein ist, dass sie Zufall ausschliessen. Hinter allem stehen demnach StrippenzieherInnen, welche die Welt mit einem Masterplan lenken. So muss auch die gegenwärtige Pandemie das Werk von bösen Machenschaften sein. Ganz nach dem Motto «cui bono», zu deutsch «wer profitiert», wird eine Indizienkette von hinten aufgebaut und so Schuldige benannt. Die Liste von Verschwörungsmythen rund um Sars-CoV-2 scheint demnach inzwischen auch so lange zu sein wie die Mutationen dieses Virus selbst. Sie reichen vom Glauben, das Virus existiere gar nicht, über die Behauptung, es wurde von einem Labor in Wuhan bewusst in die Welt gesetzt bis hin zur Vorstellung, Bill Gates wolle die Menschheit mittels Zwangsimpfung einen Chip implantieren, um weltweite Kontrolle auszuüben. AnhängerInnen solcher Mythen beanspruchen zudem für sich, die einzigen zu sein, welche kritisch denken. Ihr «kritisches Denken» hat aber in Tat und Wahrheit nichts mit einer wissenschaftlichen Meinungsbildung zu tun, wo überprüfbare Hypothesen und Theorien aufgestellt, verifiziert oder verworfen werden. Sie verwenden diejenigen Zahlen, Statistiken und Argumente, die ihnen gerade am besten in den Kram passen. Andere, ihrem Weltbild widersprechende Fakten werden einfach ignoriert. Mit diesem Vorgehen werden Argumentationsmuster geschaffen, welche auf einer scheinbar faktenbasierten Objektivität beruhen.

 

Erwachte und schlafende Schafe

 

Die Bewegung der Corona-SkeptikerInnen in der Schweiz besteht gewiss nicht nur aus überzeugten VerschwörungstheoretikerInnen. Angesprochen von den Protesten fühlen sich vor allem Personengruppen, die tatsächlich auch materiell überdurchschnittlich von den Auswirkungen der derzeitigen Pandemie betroffen sind. Zum einen ist dies das Kleinbürgertum, welches schon generell, bedingt durch die Krise des Kapitalismus, unter Druck steht. Die KleinbürgerInnen sind nicht oder nicht vollständig darauf angewiesen, ihre Arbeitskraft zu verkaufen, gehören aber auch nicht zur Bourgeoisie. Der drohende Verlust von Errungenschaften wie Eigenheim oder des eigenen Geschäfts führt zu Existenzängsten. Auf der einen Seite steht das Monopolkapital, welches ihnen die Lebensgrundlage entzieht, und auf der anderen Seite die Gewerkschaften und linken Parteien, welche sich ebenfalls nicht in den Dienst der KleinbürgerInnen stellen. Eine gemeinsame und vereinende Identität, wie das Proletariat sie besitzt, hat das Kleinbürgertum nicht. Das einzig einende sind diffuse Sorgen und Abstiegsängste. Diese Frustrationen haben sich lange aufgestaut und finden nun ein passendes Ventil. Das neue Corona-Virus gibt dem Kleinbürgertum ruckartig einen gemeinsamen Nenner, den es vorher nicht hatte. Die Protestkultur – gegen Bern, gegen den Bundesrat, gegen das BAG, ja zum Teil gar gegen den Kapitalismus – ist identitätsstiftend und gibt den KleinbürgerInnen ihre individuelle und eigene Ausdruckweise. Die Überzeugung, angebliche Zusammenhänge in der Krise durchschaut zu haben, während der grosse Teil der Gesellschaft sich wie „schlafende Schafe“ verhält, generiert zudem ein Gefühl von Gemeinschaft mit Gleichgesinnten.

 

Diese angebliche Fundamentalopposition zum Staat und seinen Institutionen macht es aber auch für Teile des Proletariats attraktiv, sich den Corona-Protesten anzuschliessen. Wo mangels linken Angeboten und Erklärungsansätzen die Perspektive fehlt, scheint der Reiz gross zu sein, auf den Zug der Corona-SkeptikerInnen und deren angebliche Systemkritik aufspringen, um sich Gehör zu verschaffen.

 

Was den Organisierungsgrad anbelangt, ist die Bewegung sehr heterogen. Es gibt viele Einzelpersonen, welche jeweils an den Demonstrationen und Kundgebungen teilnehmen, sich darüber hinaus allerdings nicht weiter organisieren oder zur Thematik betätigen. Die am besten organisierte und strukturierte Gruppierung in den Corona-Protesten sind die ImpfgegnerInnen. Diese gab es auch schon vor der Pandemie und sie können nun auf bereits vorhandene Strukturen zurückgreifen.

 

Agitationsfeld für Rechtsextreme?

 

Ein grosser Unterschied der Anti-Corona-Bewegung in der Schweiz im Vergleich zu derjenigen in Deutschland ist die Beteiligung von organisierten Rechten und Neonazis. In Deutschland ist die organisierte Rechte stark in den Protesten gegen die Corona-Massnahmen verankert. Sie kann die dort stattfindenden Demonstrationen und Kundgebungen regelmässig öffentlichkeitswirksam für sich vereinnahmen. So drangen im Rahmen eines Protests im August in Berlin die Rechten bis zum Reichstag vor und besetzten diesen symbolisch – unter wehenden Reichsflaggen.

 

Auch bei den Mobilisierungen in der Schweiz ist eine gewisse Anschlussfähigkeit nach rechts zu erkennen. So waren vereinzelte Reichsflaggen und andere rechte Fahnen präsent. Der bekannte Neonazi Ignaz Bearth und andere eindeutig als Rechte identifizierbare Personen waren wiederholt anzutreffen. Die Affinität der Bewegung zum rechten Spektrum ist also bestimmt nicht abzustreiten. Doch den organisierten Rechten in der Schweiz gelang es bisher glücklicherweise nicht, die Bewegung der Corona-SkeptikerInnen in der Schweiz zu vereinnahmen.

 

Auch eine vermeintliche Bruchposition mit dem Staat, wie sie in Deutschland zumindest auf rhetorischer Ebene zu beobachten ist, ist unter den Schweizer Corona-SkeptikerInnen deutlich weniger ausgeprägt. Ein Erklärungsansatz hierfür könnte darin liegen, dass die Bevölkerung in der Schweiz mittels Initiativen, Referenden und Abstimmungen zumindest scheinbar stärker in die Realpolitik eingebunden wird. Die von Rechten in Europa immer wieder hochgepriesenen direktdemokratischen Mechanismen in der Schweiz also.

 

Marxismus - 200 Jahre Friedrich Engels

Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, die eigenständigen Verdienste von Engels in der Kritik des Kapitalismus, bei der Herausgabe des zweiten und dritten Bandes des «Kapital» und als Entwickler der Dialektik im Sinn einer «Wissenschaft des Gesamtzusammenhangs» hervorzuheben und gegen die modisch gewordenen Vorwürfe, Marx verfälscht zu haben, zu verteidigen.

(gpw) Als Marx (1818-1883) und Engels (1820-1895) sich Ende August 1844 zum ersten Mal für 10 Tage trafen und ihre Zusammenarbeit begannen, hatte Engels bereits erste eigene antikapitalistische Positionen entwickelt und u.a. seine «Umrisse einer Kritik der Nationalökonomie» verfasst (http://www.mlwerke.de/me/me01/me01_499.htm), auf der Marx später aufbaute. Unabhängig von Marx hatte er darin das Privateigentum als Ursache von Krisen und der «tiefen Degradation» des Menschen (S. 523) definiert und dessen Aufhebung gefordert (S. 521). Kurz darauf erschien seine 400 Seiten starke Untersuchung «Die Lage der arbeitende Klasse in England» (http://www.mlwerke.de/me/me02/me02_225.htm), eine umfassende historische und soziologische Untersuchung des Elends des industriellen Proletariats.

Spagat zwischen Klassenlage und Klassenposition

Das alles war keineswegs selbstverständlich, denn als Sohn eines erfolgreichen Textilfabrikanten und einer Philologin aus dem heutigen Wuppertal musste er das Gymnasium ein Jahr vor dem Abitur abbrechen und eine Laufbahn im väterlichen Betrieb beginnen. Nachdem er sich am radikaldemokratischen Elberfelder Aufstand von 1849 beteiligt hatte, kam es zum ersten Zerwürfnis mit dem Vater, der ihm später trotzdem eine Stelle bei der Zweigniederlassung Engels & Ermel in Manchester verschaffte, welche der Sohn nach dem Tod des Vaters bis 1869 leitete. Er hatte diesen ungeliebten Job übernommen, um einen Teil des Lebensunterhalts der Familie Marx im Londoner Exil bestreiten zu können. Ein ungeheurer Spagat zwischen Engels’ Klassenlage als Unternehmer und seiner schon früh eingenommenen Position an der Seite der kämpfenden ArbeiterInnenklasse!

Ein Keil zwischen Marx und Engels?

Es wäre nicht normal, wenn es zwischen Marx und Engels nicht Meinungsverschiedenheiten gegeben hätte. Sie betrafen jedoch nebensächliche Themen und waren auch durch die zwischen den beiden bestehende und gewollte Arbeitsteilung1 bedingt. Engels hatte die Aufgabe, die Konzepte der beiden zur materialistischen Dialektik, zur politischen Ökonomie und zur revolutionären Perspektive so verständlich als möglich darzustellen. Das setzte Anpassungen in der sprachlichen Form voraus, ohne dass die wesentlichen Inhalte verfälscht werden durften. Nur so konnten die Errungenschaften der beiden zur Waffe im Klassenkampf und im revolutionären Prozess werden, denn gemäss Marx’ elfter These über Feuerbach (http://www.mlwerke.de/me/me03/me03_005.htm) kam es darauf an, die Welt nicht nur zu interpretieren, sondern sie zu verändern. Das passt den Vertretern einer sogenannten Neuen Marx Lektüre – als bekanntester Autor gilt Michael Heinrich – offensichtlich nicht. Sie sehen Engels als Begründer eines «Traditionsmarxismus», der schliesslich zu den Fehlentwicklungen im Stalinismus geführt habe. Sie gefallen sich darin, einen Keil zwischen Marx und Engels zu treiben, was unseres Erachtens bürgerlichen Klasseninteressen dient. Dagegen hatten wir für unsere Lesehilfe der drei Bände des «Kapital» (https://lesehilfe.aufbau.org/) eine Illustration als Cover benützt, welche die Einheit zwischen den beiden hervorhebt.

Hat Engels «Das Kapital» verfälscht?

Seit der Publikation der Marxschen Originalmanuskripte zum dritten Buch des Kapital – im MEGA-Band II/4.2 – wird Engels vorgeworfen, er habe den Marxschen Text nicht wort- und werkgetreu herausgegeben, sondern durch zahlreiche Eingriffe entscheidend verändert. So weitgehend verändert, dass man von einer Verfälschung sprechen könne (Krätke http://www.praxisphilosophie.de/kraetke_meproblem.pdf S 157). Es werden also die Massstäbe für heutige kritische HerausgeberInnen an den damaligen eigenständigen Autor Friedrich Engels angelegt – was einer Herabsetzung dieses ersten Autors einer Kritik der bürgerlichen Ökonomie entspricht.

Engels’ Aufgabe war eine andere. Von Marx’ Vorarbeiten, die Engels schliesslich als Band II und III des Kapital herausgegeben hatte, bestanden erste unvollständige Entwürfe sowie Berge von Forschungsmanuskripten, die nicht die Form von Entwürfen hatten. Daraus sollte Engels, gemäss der von seiner Tochter überlieferten Absicht von Marx, «etwas machen». Er sollte es also in eine Form bringen, aus der klare und womöglich zusammenhängende Argumentationslinien nachvollziehbar würden. Auch hier ging es letztlich darum, Waffen im Klassenkampf und für den Aufbau einer zukünftigen Gesellschaft zu schmieden. In einer zehnjährigen, aufopfernden Arbeit hatte Engels das im Jahr vor seinem Tod geschafft, unter Zurückstellung eigener wissenschaftlicher Projekte und in der Erkenntnis, dass er vor allem mit dem dritten Band «ein Prachtwerk» vollendete, «das den ersten Band wissenschaftlich noch in den Schatten stellt» (MEW. Bd. 36. S. 328). Engels, der seiner eigenen, zu bescheidenen Einschätzung zufolge «die zweite Geige» spielte, beschränkte sich auf wenige Einschiebungen und Umarbeitungen, welche die Lektüre manchmal entscheidend erleichtern und keineswegs verfälschen. Das hätte niemand anderes gekonnt, und wir sind ihm zutiefst dankbar.

Dialektik auch in den Naturwissenschaften?

Unabhängig von Marx, aber noch zu seinen Lebzeiten in den Jahren 1873-1883, betrieb Engels Vorstudien zu einer Geschichte der Philosophie und Naturwissenschaften, die erst 1925 unter dem Titel Dialektik der Natur veröffentlicht wurden. Als Vorstudien enthalten sie durchaus Ungereimtheiten und Unfertiges und dürfen nicht dogmatisiert werden. Vielmehr ging es darum, in der materialistischen Dialektik das Verbindende zwischen den unterschiedlichen Methoden, mit denen Naturwissenschaft, Gesellschaftswissenschaft und die Wissenschaft von der geistigen Tätigkeit der Menschen arbeiten, auszumachen und daraus eine «Wissenschaft des Gesamtzusammenhangs» zu konstituieren. Was für die Gesellschaftsanalyse selbstverständlich und für materialistische Strömungen der Psychologie evident ist, erschliesst sich weniger leicht für die Naturwissenschaften. In Schulungen über Dialektik werden zwar typische Beispiele für den Umschlag von Quantität in Qualität aus der Natur herangezogen – Wasser kann zu Eis oder zu Dampf werden und die Raupe zur Puppe und zum Schmetterling – aber das beweist nicht die Allgemeingültigkeit der Dialektik in der Natur.

Die Anwendung der Dialektik auf die Naturwissenschaften wird von vielen heutigen marxistischen Intellektuellen verworfen und Engels eine «brutale Bewusstlosigkeit» untergeschoben (Anton Fischer im Journal für Psychoanalyse 45/46, S. 202). Die Dialektik sei nur wirksam, wo Menschen denken und handeln. Dabei denken und handeln Menschen auch in den Naturwissenschaften, aber mit den damaligen Methoden konnte Engels sein Ziel noch nicht erreichen. Dass er das richtige «Glockenläuten», das damals nur undeutlich sein konnte, gehört habe, verdiene höchsten Bewunderung2. In der modernen Physik und ihrer Methodologie ist es längst zur Selbstverständlichkeit geworden, eine dialektische Interaktion zwischen Forschenden und Beforschtem festzustellen. Dabei bleibt zu bedenken: Wie auf allen anderen Gebieten können wir nicht die Natur per se erforschen, sondern nur soweit, als sie durch die in den Naturwissenschaften akkumulierten Arbeit erschliessbar ist – daraus kann schliesslich ein Gesamtzusammenhang konstruiert werden. Das war für Engels eine Selbstverständlichkeit, denn die Arbeit ist nach ihm «Grundbedingung alles menschlichen Lebens, und zwar in einem solchen Grade, dass wir in gewissem Sinn sagen müssen: Sie hat den Menschen selbst geschaffen» (http://www.mlwerke.de/me/me20/me20_001.htm, S. 444).

Engels als Theoretiker revolutionärer Gewalt

Während seines einjährigen Militärdienstes bei der preussischen Artillerie sowie insbesondere als Adjutant von August von Willich, Oberkommandierender im pfälzisch-badischen Aufstand von 1849, sammelte er militärische Erfahrungen. Seine Analysen zum Pariser Aufstands in der Junirevolution 1948, zum Krimkrieg und andere militärische Schriften haben ein so hohes Niveau, dass sie fälschlicherweise bürgerlichen Generalen zugeschrieben wurden (T. Derbent, Clausewitz und der Volkskrieg, S. 111). Da er aus der Sicht des wissenschaftlichen Sozialismus an diese Fragen heranging, sind seine Theorien über die Gewalt im Anti-Dühring nach wie vor eine Grundlage der revolutionären Kriegführung.

Damit mag Engels direkt zum Schreckgespenst für Intellektuelle werde, die den Marxismus auf Philosophie reduzieren möchten. Tatsächlich mag uns in der heutigen Schweiz die Perspektive eines revolutionären Krieges abschreckend vorkommen. Aber man braucht z.B. nur mit der Solidarität mit Rojava ernst zu machen, um uns vor Augen zu führen, dass es ohne wissenschaftlich begründete Kriegführung letztlich nicht gehen wird.

1 Vgl. dazu «Debatte um Engels 1», Rowohlt 1973, S. 11-21.

2 «Debatte um Engels 1», S. 49

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mobel 1Die Diskussion um Defizite in den Spitälern offenbart, wie absurd der marktwirtschaftliche Umbau der Medizin ist. Die Konsequenzen dieser Politik sollen einmal mehr die Angestellten in den Spitälern, die Prämienzahlenden und die Kranken tragen.

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