Erste Bilanz des RAS (22. März 2015)

Streik bei der Wäscherei in Marsens

Entschlossen und einstimmig traten die ArbeiterInnen der Wäscherei einer psychiatrischen Klinik in Marsens in den Streik und wehrten sich so gegen die Privatisierung und die damit verbundenen massiven Angriffe auf ihre Arbeitsbedingungen. Der Verkauf der staatlichen Spitalwäscherei an das private Unternehmen LBG SA bedeutet für die Angestellten Lohneinbusse von bis zu 1000.-, weniger Ferien, schlechtere Solzialleistungen und eine Flexibilisierung der Arbeitszeiten.

 

Die Angestellten wollten das nicht kampflos hinnehmen und so blieb die dreckige Wäsche rund eine Woche unberührt, denn die Regierung weigerte sich mit den Streikenden in Verhandlung zu treten. Doch schliesslich nach einer Woche, sah sich die Regierung gezwungen zu verhandeln, denn mittlerweilen waren die Folgen des Streikes spürbar: Durch den Stillstand waren die Maschinen der Wäscherei in Gefahr – dies sagte zumindest die neue Besitzerin LBG und drohte mit einer Rücknahme des Verkaufes.

Es begannen die Verhandlungen und die Streikenden stiegen mit ihrer Forderungen eigentlich sehr bescheiden ein: sie forderten lediglich die Einhaltung des Gesetzes, nämlich dass der Staat ihnen als Staatsangestellte einen gleichwertigen Job beim Staat anbieten muss. Doch anstatt den Streik aufrecht zu erhalten, wurde er beendet, bevor es erste zufriedenstellende Resulate gab.

Die angekündigte Kundgebung fand aber trotzdem noch statt und rund 150 Personen aus der ganzen Schweiz solidarisierten sich mit dem Kampf der Wäscherei-Angestellten.

Endet der Streik – endet der Kampf

Doch dann wurde es still und die Gewerkschaft setzte sich in alter sozialpartnerschaftlicher Manier an den Tisch und erreicht das, was so oft passiert: Sie „verhandelte“ einen erbärmlichen Kompromiss. Das Resultat nach der ersten Verhandlungsrunde kommentierte ein Streikender kurz und bündig: „Unter uns: ich bin damit nicht zufrieden, sie haben es geschafft uns zu spalten!“ Denn nur drei Personen wird ein gleichwertiger Job beim Staat angeboten, vier gehen in Rente und die restlichen fünf sollen die bittere Pille schlucken: Der Staat sucht für sie innerhalb von 3 (!) Jahren eine andere Arbeit beim Staat und bis dahin arbeiten sie bei LBG, zwar mit dem gleichen Brutto-Lohn, aber zu den neuen, massiv schlechteren Arbeitsbedingungen. Dieses schlechte Resultat wollte die Gewerkschaft in einer zweiten Runde verbessern. Doch leider war es uns nicht möglich, die Ergebnisse der zweiten Runde zu erfahren. Weder auf der VPOD-Seite, noch auf Anfrage wollte die Gewerkschaft damit herausrucken. Solch ein Verhalten spricht wohl für sich.

„Grève pour le respect de la loi?“

Dieser Kampf zeigt einmal mehr, dass die Macht der ArbeiterInnen durch Streik entsteht und am Verhandlungstisch gebrochen wird, respektive der Streik hätte wohl weitergeführt werden sollen während der Verhandlungen, denn nur so entsteht der genug grosse Druck um die Interessen der Streikenden besser durchzusetzen.

„Streik, damit das Gesetz eingehalten wird?“ titelt treffend ein Schild an der Soli-Kundgebung. Was sind das für Zeiten in denen das wirksamste Mittel – nämlich der Streik – eingesetzt werden muss, damit der Staat seine eigenen Gesetze mehr oder weniger einhält. Und anstatt, dass die Gewerschaft selbstkritisch schaut, warum dieser Kampf so endete, steckt sie den Kopf in den Sand und schweigt.

Eigentlich wäre es gerade heute so wichtig, dass die Gewerkschaften den Kampf offensiv und politisch führen, und zwar gegen die Privatisierung im Allgemeinen, gegen die schleichende Auslagerung und gegen den Verkauf an private Unternehmen in diesem Fall. Denn die Privatisierung wurde durchgesetzt, trotz Streik, trotz Kompromisslösung für die betroffenen Angestellten. Und so wird die LBG nun andere ArbeiterInnen anstellen zu den genau gleich miesen Bedingungen, die die Streikenden berechtigterweise abgelehnt haben.

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