Wandzeitung 89: Defend Afrin

Defend Afrin!

Seit dem 20. Januar greift der NATO-Staat Türkei die kurdische Region Afrin im Norden Syriens an. Mit ihren verbündeten islamistischen Milizen greifen sie direkt jene Kräfte an, die erst vor wenigen Jahren den IS vor Kobane gestoppt und danach zurückgeschlagen haben. Doch während damals die europäischen Medien über den Widerstand gegen die Islamisten berichteten, verschweigen sie nun den völkerrechtswidrigen Angriffskrieg und die Gräueltaten der Türkei.

Die zweitgrösste NATO-Armee kommt trotz Kampfflugzeugen, Panzern und Spezialeinheiten nur langsam voran, weil der Widerstand gegen sie so entschlossen ist. Nicht nur die Volksverteidigungseinheiten YPG und YPJ, welche den Invasoren bereits hohe Verluste zugefügt haben, halten sie sie auf. Auch die zivile Bevölkerung lässt sich nicht vertreiben und strömt im Gegenteil massenhaft aus den verschiedenen Regionen Nordsyriens nach Afrin, um ihr Projekt der rätedemokratischen Selbstverwaltung, Solidarität und Emanzipation zu verteidigen.

Mittlerweile aber steht die türkische Armee und ihre Al-Qaeda-Kampfverbände unmittelbar vor Afrin-Stadt. Über eine halbe Million Menschen sind eingekesselt und ständigen Bombardements ausgeliefert. Der Sturm auf die Stadt steht unmittelbar bevor. Dass die türkische Armee dabei auch mit der Zivilbevölkerung keine Gnade zeigt hat sich in den letzten Jahren schon in kurdischen Städten in der Türkei gezeigt. Ein Völkermord droht!

Die Komplizenschaft der russischen, US-amerikanischen und europäischen Regierungen ist offensichtlich: Ohne die Öffnung des Luftraumes für Bomber wäre die Türkei nicht in der Lage gewesen zu einer ernsthaften Bedrohung für Afrin zu werden. Die westliche Unterstützung des Vernichtungskrieges eines zunehmend faschistisch operierenden türkischen Staates ist erklärbar durch wirtschaftliche und politische Interessen.

Erdogan schafft es zwischen den Achsen USA-Europa und Russland-Iran zu lavieren und sich damit für beide Blöcke unentbehrlich zu machen. Dazu kommen die Interessen der Konzerne: Neben der deutschen Kriegsindustrie ist auch die Schweiz gross dabei: Novartis, Nestle, Alstom, ABB, die Banken. Sie sind mit Milliarden in der Türkei investiert und nur an ihrem Profit interessiert, sie lassen sich dabei vom blutigen Kurs der türkischen Regierung nicht abschrecken.

Auch in Europa regt sich der Widerstand gegen den Krieg. Täglich gibt es Kundgebungen und Demonstrationen, regelmässig demonstrieren zehntausende Menschen gemeinsam gegen den Krieg. Doch dieser Widerstand wird in den Medien selten erwähnt und die Polizei geht hart dagegen vor: In Deutschland zum Beispiel wurde der kurdische Verlag Mezopotamien auf den Kopf gestellt und das komplette Inventar – tausende Bücher, CDs und Dokumente - beschlagnahmt. In der Schweiz werden Menschen auf dem Weg an bewilligte Demonstrationen festgenommen. Dies darum, weil die Behörden Angst davor haben was der Widerstand erreichen könnte: Dass politischer Druck auf die Staaten Europas aufgebaut wird und diese die Unterstützung des türkischen Angriffskriegs einstellen müssen. Und genau das ist das Ziel des Widerstands!

Weitere Informationen über diesen Krieg, der von den europäischen Medien verschwiegen wird, sind auf unabhängigen und kurdischen Medienkanälen zu finden, zum Beispiel auf: ANFdeutsch.com oder theregion.org

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