Blockade bei Novartis. Dem Krieg kein ruhiges Hinterland!

Am 19 März haben wir den Eingang der Novartis in Basel blockiert. Damit prangern wir die Unterstützung des Konzerns für das Erdogan-Regime an.

Seit knapp zwei Monaten greift der türkische Staat gemeinsam mit verbündeten islamistischen Milizen Afrin an. Hunderte Zivilist*innen sind bereits gestorben, hunderttausende in der Stadt Afrin eingekesselt – ein Massaker droht. Ziel der türkischen Diktatur ist es, ein fortschrittliches, von der kurdischen Bewegung initiiertes Projekt an ihrer Grenze zu zerstören.

Dieser Angriffskrieg findet mit Unterstützung der Nato und der EU statt. Deutschland unterstützt den Krieg aktiv, mit Erhöhung von Rüstungsexporten in die Türkei. Doch auch die Schweiz ist in das Kriegstreiben involviert. Sie exportiert ebenfalls Kriegsmaterial, profitiert vom „Flüchtlingsdeal“ und unterhält enge wirtschaftliche Beziehungen. Zahlreiche Unternehmen wie Nestle, ABB, UBS, Credit Suisse oder Novartis haben ihre Standorte in der Türkei, profitieren von den schlechten Arbeitsbedingungen und finanzieren damit das türkische Regime, seine Repression und seine Kriege mit.
Das Unternehmen Novartis unterhält 4 Produktionsstandorte in der Türkei und beschäftigt 2400 Mitarbeiter*innen. Es hat bis 2016 225 Millionen US-Dollar in diese Standorte investiert und einen Gewinn von über 1 Milliarde US-Dollar erwirtschaftet.
Doch die Tätigkeiten von Novartis beschränken sich nicht alleine auf ökonomische Ausbeutung. Im April 2017 war Novartis zusammen mit 15 weiteren Grossunternehmen teil einer Imagekampagne für die Türkei. Diese wurde von der türkischen Exportvereinigung TIM organisiert. In der Kampagne wurde der Produktionsstandort Türkei beworben und die Stabilität des Landes hervorgehoben. Dies geschah just vor der Abstimmung über das Präsidialsystem in der Türkei, also zum Zeitpunkt in der das Land endgültig in eine Diktatur abgeleitete und die Repression gegenüber kurdischer und linker Aktivisten enorm zunahm.

Die Diktatur in der Türkei kann nur dank der finanziellen und politischen Unterstützung fortbestehen, die sie von Grosskonzernen und Regierungen erhält. Der Krieg in Afrin hat deshalb seinen Ursprung auch hier in Westeuropa. Leisten wir auch hier Widerstand! Wir rufen dazu auf verstärkt die Rolle hiesiger Konzerne und Regierungen zu enthüllen und anzuprangern.

Dem Krieg kein ruhiges Hinterland!

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