Rojava: Der Kampf geht weiter!
Nichts ist verloren: Nach einem Vormarsch der syrischen Regierung gegen den Nordosten Syriens im Januar 2026 treten wir in eine neue Phase des revolutionären Prozesses in Rojava ein. 14 Jahre, nachdem dieser von der kurdischen Freiheitsbewegung initiiert wurde, die ihrerseits die subjektiven Bedingungen für diese Möglichkeit geschaffen hatte, bricht nun ein neuer Abschnitt an.
Allen Umbrüchen in diesem Übergang zum Trotz: Die Geschichte revolutionärer Prozesse muss in ihrer historischen Kontinuität begriffen und angegangen werden, die einzelne Epochen und Phasen überdauert. Nichts, was in den vergangenen 14 Jahren aufgebaut und konsolidiert wurde – etwa die Organisierung der Massen oder die Selbstverteidigung der Frauen –, ist verloren. Alles, was erkämpft und entwickelt wurde, reichert das Erbe und Potenzial dieser Geschichte an. Sie schafft überhaupt erst die Bedingungen, innert derer die Fortsetzung dieses Prozesses nun ansteht.
Nichts ist vergessen: Der Vormarsch gegen Rojava folgt auf Verschiebungen in den Interessen und im Kräfteverhältnis der Feinde dieses Prozesses. Die Entwicklungen der vergangenen Wochen liefern dafür reichlich Beleg – etwa das in Paris abgeschlossene syrisch-israelische Abkommen unter Vermittlung der USA und der Türkei oder der Besuch der Europäischen Union in Damaskus, während zugleich in Aleppo die kurdischen Viertel unter Beschuss standen. Rojava ist mit einer geeinten Front globaler und regionaler Mächte konfrontiert.
So nachvollziehbar die Wut ob der imperialistischen Machtpolitik ist, so sehr ist es letztlich nur die Bestätigung des Charakters derselben. Trotz allem Balancierens und Wirkens zwischen diesen Mächten und ihren Widersprüchen in den letzten Jahren war und bleibt klar, dass diese Mächte kategorisch immer Feind sind – mal offen, mal verdeckt. Auch hierfür sind die jüngsten Entwicklungen Beleg.
Nichts ist vorbei: Entsprechend liegt die Antwort auf diese Situation nicht darin, auf diese Kräfte zu hoffen, sondern im Widerstand, getragen von den eigenen Kräften, von den Freundinnen und Genossen des revolutionären Prozesses. Die Mobilmachung des Volkes in Rojava, die Mobilisierung der Massen an und über die Grenzen Rojavas, die zahlreichen Demonstrationen, Aktionen und Interventionen der internationalen Solidarität: All das ist Ausdruck einer gemeinsamen Antwort all jener Kräfte, die Teil einer gemeinsamen weltweiten Front für den revolutionären Prozess in Rojava sind.
Wir wissen, was zu tun ist und wir wissen, wo es anzusetzen gilt. Wir haben die Erfahrung von Kobanê, Afrîn, Serêkaniyê genauso wie die Erfahrung von Gaza und der Westbank in unseren Knochen und Köpfen. Erhöhen wir hier den Druck auf die Feinde der Befreiungskämpfe, um ihnen Luft und Raum zu verschaffen. Verstehen wir uns als Teil eines globalen Kräfteverhältnisses, in dem wir uns einmischen wollen und können. Greifen wir an und entwickeln wir den revolutionären Prozess im eigenen Land – wollen wir die Ketten von Ausbeutung und Unterdrückung sprengen, dann setzen wir hier in ihrem Ursprung an, in den Herzen der Metropolen.
Überall ist Rojava – überall ist Widerstand!
Revolutionärer Aufbau Schweiz