Stadtbus Winterthur – Die Fahrer_innen sind am Steuer!
Was am letzten Dienstag aus Winterthurs Strassen passierte, war ein enormes Zeichen der Stärke und Solidarität für alle Lohnabhängigen. Mit ihrem Warnstreik haben die Busfahrer_innen von Stadtbus Winterthur einen mutigen und entschlossenen Schritt gemacht für ihre Forderungen einzutreten und zu zeigen, dass sie es ernst meinen. Das ist die Ausnahme und für uns alle ein wichtiges Vorbild.
Wir alle kennen von unserer Arbeit die Diskussionen und das Gefühl, ständig Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen hinnehmen zu müssen und die Angst um eine sichere Zukunft. Und die Kriege, in die die Herrschenden gerade unsere Welt stürzen, werden auch bei uns die Lebenskosten steigen. Wir alle wollen uns mehr wehren und organisieren. Und doch bleibt uns oft bloss die Faust im Sack – und das während die Reichen unverfroren in immer perverserem Reichtum versinken und sich Weltraumreisen als Hobbies erfinden.
Fritschi fahr ab!
Dass die Busfahrer_innen diese Frustration in Wut und Widerstand umgewandelt haben, ist für
uns alle eine wichtige Orientierung. Es ist richtig und es ist möglich! Das ist die Nachricht, die in unseren Herzen und Köpfen landet. Sie zeigen, was möglich ist, wenn man mutig und kollektiv zusammensteht. Und deshalb war der Warnstreik auch so ein Erfolg. Die Solidarität der Nutzer_innen und der Bevölkerung in Winterthur war riesig. Ihr Kampf steht für das, was wir alle auch wollen. Sich nicht unterkriegen lassen, sich nicht ducken, nicht klein beigeben, nicht bescheiden alles schlucken, während sich oben alle masslos bereichern. Und erst recht nicht sich ignorieren, einschüchtern oder klein machen lassen von arroganten Politikern wie Stefan Fritschi.
Der Warnstreik hat auch gezeigt, dass man sich nicht für dumm verkaufen lässt. Die Direktion hatte versucht, den Streik zu brechen, indem sie die Busse frühzeitig aus den Depots holte. Aber da hätte sie buchstäblich früher aufstehen müssen. Streikende und Unterstützer_innen haben diesen Trick durchschaut.
Das Steuer nicht aus der Hand geben
Der Dienstag war ein voller Erfolg! Jetzt kommt die nächste Phase. Die Bosse wollten die Busfahrer_innen lange nicht ernst nehmen – jetzt müssen sie es. Gut möglich, dass jetzt Einlull-Versuche, Mediationsverfahren oder kleine symbolische Gesten kommen, damit die Streikenden wieder Ruhe geben. Aber das ist reine Taktiererei. Die Busfahrer_innen haben mit dem Warnstreik gezeigt, dass nur echter Druck durch Streik etwas bewegt. Und bei allen Verhandlungen, die jetzt kommen werden, ist es zentral, dass dieses Druckmittel nicht aus der Hand gegeben wird.
Und wenn der Kampf in die nächste Runde geht, wissen sie, dass wir alle hinter ihnen stehen!
Solidarität und viel Erfolg