So ticken die Freiheitstrychler

Wir veröffentlichen hier nochmals einen Recherche-Artikel des Twitter-Accounts „MiliZH“ (https://twitter.com/informantifa) zu Hintergründen über die Umtriebe eines faschistischen Freiheitstrychlers

Ein Instagram-Account namens „Antifa_Outing“ mit zugehörigem Telegram-Kanal hetzt gegen die Gegenseite der nationalistischen Massnahmengegner*innen-Bewegung. Dabei werden Journalist*innen und linke Parteimitglieder*innen sowie unbeteiligte Passant*innen als „Antifa“ bezeichnet, um sie zur Zielscheibe rechter Gewalt zu machen. Doch wer betreibt diesen Kanal, und was hat das mit den Freiheitstrychlern zu tun?

Ein dubioser Kanal:

Mitte Juni 2021 taucht auf Instagram ein neuer Account auf, mit dem Namen: “Antifa-Outing”. Der Account kommt aus den Reihen der nationalistischen Massnahmengegner*innen. Er wurde nach der bewilligten Demonstration der Virus-Meute am 12. Juni 2021 in Luzern aufgeschaltet, an der, wie u.A in unserer vorhergegangenen Publikation aufgezeigt, eine grosse Gruppe Neonazis als Sicherheitsdienst anwesend war, die friedliche Gegendemonstrant*innen tätlich angriff.

Der Fokus des Accounts liegt trotz dem Namen nicht bei der Antifa. Die Inhalte bestehen vielmehr aus einer generelle Hetze gegen alle die es wagen, sich öffentlich gegen die sogenannte „Freiheitsbewegung“ der Massnahmegegner zu äussern. Mitglieder*innen der SP, Journalist*innen, Feminist*innen: alles wird zum Feind gemacht, alles was nicht ins rechts-nationale Weltbild der Freiheits-Schwurbler passt muss bekämpft werden, auch mit Gewalt. Menschen, die am Rand der Demonstration ihre gegenteilige Meinung kundtun werden fotografiert, ins Internet gestellt und offen bedroht. Der Betreiber des Accounts behauptet dabei alle möglichen Dinge über Leute, die wahrscheinlich einfach nur am Rand einer Kundgebung eine Maske aufhatten. Er veröffentlicht die Adresse eines alternativen Kulturzentrums in Luzern und ruft implizit dazu auf, dort Gewalt auszuüben. Er lädt Bilder von jungen Gegendemonstrant*innen ins Internet und beschimpft sie sexistisch. Er behauptet ein Journalist von Nau.ch wäre bei der Antifa, um ihn zu einer Zielscheibe rechter Gewalt an den Demonstrationen zu machen. Bilder eines anderen Journalisten lädt er immer wieder hoch, implizit als Aufruf, gegen ihn vorzugehen.

Das passt nicht zusammen damit, wie sich die Massnahmengegner*innenbewegung gerne sieht. Die Behauptung verschiedener öffentlich auftretender Vereine wie z.B die Freiheitstrychler des ex-SVPlers Andy Benz oder die angeblichen “Freunde der Verfassung” (ehem. Pressesprecher: Michael Bubendorf) betonen stets eins: Meinungsfreiheit. Sie wollen frei sein, ihre Meinung kundtun, sie wollen zurück zu einer freien Schweiz in der die Grundrechte gewährt sind. Sie geben vor, eine Diskussion mit verschiedenen Positionen führen zu wollen. Doch die Hetze und Bedrohung, die von diesem Account ausgeht hat nichts mit Freiheit, Frieden oder den Grundrechten zu tun. Hier zeigt sich unverhohlen das Bild rechtsnationaler Extremisten, die versuchen ihr zurückgebliebenes Weltbild der Bevölkerung aufzuzwingen und wer es wagt aufzumucken, wird bedroht, oder es passiert noch schlimmeres.

Ein paar Beispiele der üblichen Inhalte des Kanals Antifa_Outing

Verbindungen zu anderen organisierten Rechten:

Am 8.September taucht ein Bild der Skandal-Nudel Kurt Pelda im Antifa_Outing-Kanal auf Telegram und auf Instagram auf. Die Unterschrift: “W Tell, [8 Sep 2021 at 19:53:36]: Seit (sic!) wachsam auf den negativ Journalisten Kurt Pelda Er ist unter Euch um negativ zu berichten” Pikant: in einem Tagesanzeiger-Artikel über die Neonazi-Frau Sandra Pesch-Ebert, welche er als “Corona-Demonstrantin mit Kalashnikow” bezeichnet, behauptet Pelda selbst, dass Sandra ihn an der Demonstration in Bern erkannte, kurz bevor das Bild hochgeladen wurde. Welche Verbindung hat also die Faschistin Sandra zu diesem Antifa Outing-Hetzer? Es ist nicht, wie der selbst ernannte Investigativjournalist Pelda insinuiert, einfach ihr Kanal.

Wer ist nun der Betreiber des Antifa-Outing-Accounts. Klar ist, dass er aus der Massnahmegener*Innen-Bewegung kommen muss. Ist es vielleicht einfach nur ein unbedeutender einzelner Mitläufer, wie die Demonstranten die Nazis auf ihren Demos gerne verharmlosen? Oder zeigt sich über diese umtriebige Person, wie bestimmte Gruppen der Bewegung wirklich sind?

Etikettenschwindel der Freiheitstrychler:

Antifa-Outing wird vom Freiheitstrychler Peter Schmid betrieben. Man kann dank seinem grossen Mitteilungsbedürfnis davon ausgehen, dass seine Glocken-Freunde sehr wohl wissen, was er so treibt. Peter Schmid ist am 12.Juni in Luzern, er läuft vorne mit, mit Trycheln auf den Schultern, mit dem Hemd der offiziellen Freiheitstrychler. Als im Sommer 2021 die Zahlen der Demoteilnehmer*innen einbrechen übernimmt er zusätzlich einen zweiten Job: Sicherheitsdienst gegen Andersdenkende, vor Ort, mit der bekannten Faschistin und Nationalsozialistin Sandra Pesch-Ebert zusammen. Sie kennen und mögen sich offenbar, vielleicht haben sie sich an einem rechten Stammtisch im Luzerner Oberland wo beide wohnen kennengelernt. Den Sicherheits-Job macht er in St.Gallen am 19.Juni, und in Kreuzlingen am 26.Juni. Am 31.Juli in Luzern ist er dann wieder an den Trychlen. Dazwischen liegen ein paar sogenannte “Outings” seiner Seite, z.B die eines SP-Politikers, oder des Blick-Journalisten Fabian Eberhards. Hier zeigt sich, wie die Freiheitstrychler auf der Strasse mit bekannten Faschisten zusammenarbeiten, und wie sie gleichzeitig im Netz ihre vermeintlichen oder realen Gegner*innen bedrohen und verunsichern. So verwundert es dann auch niemanden, wenn sie sich wie am Samstag den 15. Januar `22 in Schaffhausen geschehen, gerne von der Deutschen Nationalsozialistin Sandra-Pesch-Ebert am Fronttransparent anführen lassen, obwohl mehrere Artikel auf sie und ihr einschlägiges Gedankengut hingewiesen haben. Es ist klar, dass diese Bewegung willig und wissentlich den Neonazis hinterhertrottet.

1. Peter Schmid als Freiheitstrychler in Luzern, 12.06.2021 Quelle: Telegram Kanal „FriFreiDem“
2. Peter Schmid mit Sandra Pesch-Ebert in Kreuzlingen, 19.6.2021 Quelle: Youtube
3. Peter Schmid mit Sandra Pesch Ebert in St. Gallen, 26.6.2021 Quelle: Youtube

Bestens in die Bewegung integriert:
Der 48-Jährige Schmid ist hoch aktiv. Er versucht im Juni z.B einen Auto- und Traktorenkorso in Luzern zu organisieren, der keinen Erfolg hat, und gründet diverse massnahmenkritische Chats, unter anderem für ÖV-Mitarbeitende. An der ersten Donnerstagabend-Demonstration in Bern ist er auch anwesend. Seinen Antifa_Outing Kanal betreibt er weiter, unter anderem postet er eine Grafik, in der ein SS-Totenkopf zu sehen ist und der Spruch: “Love Your Nation, Hate Antifa”. Im Netz werden Leute bedroht und Nazimörder verherrlicht, auf den Demos arbeitet man mit Nazis und Faschisten eng zusammen und trägt dann nur ein paar Tage später wieder das unschuldige weisse Hemd der Freiheitstrychler, um für Meinungsfreiheit und die Grundrechte zu demonstrieren. Leider ist es wohl nicht so, dass die Leute dort nicht sehen was vor sich geht. Alle, die die Augen an diesen Demos offen halten, können sehen, in welche Richtung die ganze Bewegung geht. Nicht weil dort alle Nazis sind, sondern weil dort alle willig den Nazis hinterherlaufen, die sich immer offener an der Spitze der Demos formieren.

Als die Donnerstagsdemonstrationen diesen Herbst in Bern trotz Gewalt der Teilnehmenden immer wieder von der Polizei zerschlagen werden, ruft er als Reaktion dazu auf, noch zahlreicher dorthin zu gehen:

“!! !! !! !! Nächsten Donnerstag
ALLE nach Bern !! !! !! !! Solche
Polizeiexzesse akzeptieren wir
nicht.…..jetzt muss es die Masse
richten !! !! !! !!!! Wir kommen
Herr Nause”

Peter Schmid (mittlere Reihe, 1.v.r) mit anderen Freiheitstrychlern in Brüssel am Wochenende des 22. Januars 2022. Quelle: Telegram Kanal „Shipi“

An der bewilligten Demonstration in Zürich am 8. Januar läuft er wieder brav vorne mit, als weisshemdiger Trychler. Zuletzt sehen wir Peter auf einem Gruppenbild der Freiheitstrychlertruppe, die an die Krawalle in Brüssel gereist ist. Zusammen mit anderen prominenten Gesichtern der Proteste lächelt Peter in die Kamera. Hier sehen wir, wie extrem reaktionäre Menschen freundlich in der Bewegung aufgenommen werden. Er ist sicher ein besonders wichtiges Bindeglied zwischen eher bürgerlich orientierten Menschen und organisierten Neonazis. Leider ist er aber nicht das einzige Bindeglied, und je länger sich diese Bewegung frei auf der Strasse versammeln kann, desto mehr werden es.

Wir erwarten nicht, dass sich die Freiheitstrychler von diesem offensichtlichen Neonazi, der zu illegalen Demonstrationen und Gewalttaten aufruft, distanzieren werden. Im Gegenteil, Peter ist eine perfekte Repräsentation dieser antidemokratischen, reaktionären Gruppierung die sich mit urchigen Bräuchen, die sie falsch ausführen, einen harmlosen Anstrich geben will. Selbst wenn nicht alle der Trychler von seiner Nebenbeschäftigung wussten, ist leider klar, dass sie dieser Artikel nicht zum Umdenken bewegen wird.

Peter Schmid wohnt an der Hubelstrasse 18, in 6012 Obernau (LU).
Geboren ist er am 2.7.1973, seine Telefonnummer ist 079 689 17 48
Falls ihr ein rechtliches Anliegen oder Nachfragen habt, könnt ihr in so kontaktieren

Anmerkung: Wir verzichten darauf, in diesem Artikel Inhalte die Persönlichkeitsrechte von Unbeteiligten verletzen, neu zu veröffentlichen.

Rassistisches Gedankengut, Aufruf zu Demonstrationen, Verleumdung kultureller Institutionen.

Siehe auch: https://antifabuero30.noblogs.org/post/2022/01/28/so-ticken-die-freiheitstrychler/