Per Mail am 21. Januar 2026 eingegangen: WARNUNG: WIR HABEN BEIM ROCHE-TURM IN ZH-SCHLIEREN EIN PAKET IM BRIEFKASTEN DEPONIERT. SOFORT RÄUMEN!
Post für ROCHE (Zürich)
Zum WEF-Mördertreff in Davos haben wir bei ROCHE in Zürich-Schlieren ein verdächtiges Paket hinterlassen. Wir empfehlen eine Räumung. Es ist eine Begrüssung in Richtung des neuen Ko-Vorsitzenden des Forums, André Hoffmann, der aus der ROCHE-Familie kommt und der Firma vorsteht. Immer und immer wieder: Kein ruhiges Hinterland!
Die Ära Schwab ist vorbei. Er wurde weggeputscht unter anderen von Peter Brabeck-Letmathe (Nestlé), der den Thron des Forums danach zwischenzeitlich innehatte, letztlich aber nicht sichern konnte. Auf Intervention des Schweizer Staats (so sagt es Brabeck) war eine „Beruhigung“ der Lage beim WEF notwendig, da das WEF zentral für die Interessenspolitik der Schweiz (genauer: der Schweizer Wirtschaft) sei. Deswegen sind langanhaltende innerbourgeoise Querelen zu meiden. Es kam wie aus Bundesbern gewünscht, Brabeck ging. Ersetzt wurde er durch einen Vertreter der Schweizer Pharmabranche (André Hoffmann) und einen Vertreter des US-Finanzkapitals (Larry Fink von Blackrock).
Die neue Konstellation ist kaum zufällig. Wie weit sie trägt und wohin der Weg führt, wird sich zeigen müssen. Im Unterschied zur Ära Schwab wird die Anbindung an die Interessen des Kapitals – und darin insbesondere die Anbindung an das imperialistische US-Kapital – vom Forum mit dieser Besetzung offen deklariert. In Zeiten ausserordentlicher Umbrüche und Veränderungen in der Weltordnung verabschiedet sich das WEF mit dieser Wahl gänzlich vom Image des Brückenbauers. Wer würde es ihnen überhaupt noch abkaufen, angesichts des Chaos, der Konflikte und Kriege noch zu behaupten, dass ein „Zusammen“ unter den Herrschenden irgendwie noch möglich sei.
Was kümmert die Bourgeoisie also ihr Geschwätz von gestern, wenn es nun den kapitalistischen Konkurrenzkampf mit harten Bandagen zu bewerkstelligen gilt. Alle Macht dem Profit heisst die Macht des Starken, heisst Aufrüstung zwecks Stärkung, heisst Krieg zwecks Interessensdurchsetzung, heisst Reaktion, Faschisierung, Autoritarismus, um diesen blutigen Kurs abzusichern. Das ist weder neu noch überraschend. Die Geschichte des Kapitalismus und Imperialismus sind voller ähnlicher Episoden, in denen tiefgehende kapitalistische Krisen jene zerstörerischen Dynamiken befeuern, die wir jetzt beobachten. Die Herrschenden, in Davos, Washington, Bern, Brüssel oder Berlin, wissen das nur zu gut.
Die Verstrickung wirtschaftlicher und staatlicher Interessen und Handlungen in der Schweiz zeigt sich nicht nur daran, dass der Bund dem Brabeck den Rücktritt beim WEF nahelegt, sondern beispielhaft auch in den Zollverhandlungen mit den USA in den vergangenen Monaten. Wer war da mit dabei, spielte im Hintergrund ihre Rolle vorbildlich mit, als das Powerplay von Schweizer Staat und Kapital unter dem Signet „Team Switzerland“ den US-Hegemon mit Goldbarren und Rolexuhr besänftigte? Natürlich auch ROCHE, da die USA einer ihrer grössten Absatzmärkte darstellt und die ROCHE überhaupt eine der grössten Pharmafirmen dieser Welt ist, die keine Schmälerung des Profits duldet. So griff etwa ROCHE-Präsident Schwan zum Hörer, um Investitionsversprechen von Schweizer Unternehmen in den USA einzusammeln, oder bot die Lobby-Erfahrung der ROCHE in den USA dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO an.
Den abgeschlossenen Deal für die Medikamentenpreise im Zuge der Zollverhandlungen nützt die Pharmabranche gleich weiter aus. So sollen weitere Preissteigerungen von Medikamenten in der Schweiz herbeigeführt werden. Die Bosse der Pharma erpressen jeden weiteren Rappen, indem sie das finanzielle Spiel mit der Gesundheit und dem Leben auf die Spitze treiben. Nicht unähnlich wie die Koryphäe aus dem anderen bedeutsamen Wirtschaftssektor dieses Landes, nämlich die Grossbank UBS. Ebenso frech reagiert die UBS auf jede noch so kleine Bemühung, ihr Spiel an den Börsen zu beschränken, mit der Drohung, den Firmensitz kurzerhand in die USA zu verlagern. Entgegen allen anderslautenden Bekundungen liegt die Loyalität der Bourgeoisie letztlich nur bei ihrer Profitmarge.
Der US-Imperialismus eskaliert seine Kriege, in Europa rüsten die imperialistischen Staaten so schnell es geht weiter auf, der interimperialistische Konflikt im transatlantischen Bündnis spitzt sich zu, es prasselt auf die Ausgebeuteten und Unterdrückten dieser Welt ein, wenn die Mächtigen den Kampf um Profit, Einfluss, Kontrolle verschärfen. Kapitalismus heisst Krieg, das zeigt sich tagtäglich deutlicher, und die Herrschenden tragen und verschärfen diesen Kurs in Richtung Barbarei. Die Räume von allen Kämpfen, Bewegungen, Gesellschaften, die sich diesem mörderischen Kurs widersetzen, sind eng, die Möglichkeiten beschränkt, die Perspektiven einer Befreiung am Horizont nur schwach erkennbar. Entsprechend wichtig ist es, diesen Strahlen am Horizont zum Durchbruch zu verhelfen, wenn am WEF etwa dem jihadistische Kriegsherr Jolani mit imperialistischer Segnung der eskalierende Angriff auf Rojava zugesprochen wird oder wenn der palästinensischen Bevölkerung eine neue Kolonialregierung vor die Nase gesetzt wird, angeführt von Tony Blair (Irak, Afghanistan) und Trump.
La lucha sigue, der Kampf geht weiter. Jeder Tag in der weltweiten Realität des realexistierenden Kapitalismus befeuert nur die Entschlossenheit befeuert, dass es so nicht weitergehen kann und darf. Weil jede weitere Handlung von Kapital und Staat nur offenkundiger macht, dass es verantwortungslos, naiv, wahnsinnig wäre, die Zügel in ihren Händen zu belassen. Weil immer und immer wieder die treibende Profitlogik des Kapitalismus als bestimmende Ursache hinter so vielen der Elendsnachrichten steckt, die uns erreichen, ist die Notwendigkeit und Dringlichkeit der Revolution gegeben. Wenn Kapitalismus Krieg ist, dann ist der Frieden erst möglich, wenn dieser nicht mehr ist – also hinweggefegt wurde. Von uns allen, die ihre Barbarei nicht mitmachen und -tragen. Basta ya, genug!
Also: Lernen wir aus den weltweiten Kämpfen der Ausgebeuteten und Unterdrückten, jene der Vergangenheit (von der Pariser Kommune bis nach Vietnam) und Gegenwart (von Rojava oder Palästina bis nach Abya Mala). Wollen wir die Geschichte in die eigenen Hände nehmen, dann werden wir uns auf unsere eigenen Kräfte verlassen müssen. Kräfte, die organisiert, wehrhaft, militant sind, weil der Feind sich nichts ohne Kampf abringen lässt und erst recht nicht ohne Kampf geschlagen werden kann. Wir warten nicht ab, hoffen nicht auf bessere Zeiten, sondern arbeiten an den Bedingungen für einen revolutionären Prozess, bereiten uns vor.
Für eine revolutionäre Perspektive!