Krieg beginnt hier!
Am 28. Februar 2026 griffen die USA und Israel erneut den Iran an. Trotz Waffenstillstand geht das Morden weiter. Einmal mehr steht die Welt am Rande des Abgrunds. Die Schweiz ist nicht direkt an den amerikanischen und israelischen Kriegshandlungen beteiligt. Doch auch hier ist der Militarismus und die militärische Aufteilung der Welt in imperialistische Interessensgebiete allgegenwärtig. Politik und Medien sorgen für Kriegsstimmung, sei es durch Aufrüstungsfantasien oder durch rassistische Propaganda. Unterschiedliche Firmen mit Schweizer Standort sind Teil der militärischen Infrastruktur. Andere Unternehmen sorgen für den reibungslosen Ablauf der kapitalistischen Wirtschaft oder verbessern in der chaotischen Weltlage ihre Position gegenüber der Konkurrenz, beispielsweise im Bereich Logistik und Rohstoffhandel. Und dann gibt es noch die direkten Profiteure des Krieges in Form der neuen und alten Rüstungsindustrie und ihrer zahlreichen Investoren. Krieg beginnt hier, beenden wir in hier, indem wir die Kriegspolitik und und ihre Infrastruktur markieren und sabotieren
Die digitale Infrastruktur des Krieges lahmlegen!
Der heutige Krieg ist ohne digitale Infrastruktur nicht zu denken. Verbundene Kampfsysteme brauchen Software, Drohnen Erkennungs- und Kommunikationssysteme und KI-Systeme beschleunigen die Kriegsführung. Die Folgen von all dem ist ein zusätzliche Barbarisierung des Krieges. Sichtbar wurde das in der Bombardierung einer iranischen Schule am ersten Kriegstag: Weil das KI-System diese fälschlich als Ziel markierte, tötete eine amerikanische Bombe 170 Personen. Diese Barbarei und Rationalisierung des Mordens ist zugleich Geschäftsmodell: Viele Tech- und KI-Unternehmen sehnen sich nach Jahren hoher Investitionen nach einem sicheren Absatzmarkt. Der Staat und das Militär kommen dabei als Abnehmer äussert gelegen.
Zentrale Akteure dieser Entwicklung sind Unternehmen, die Niederlassungen in der Schweiz haben und die oft sowohl in zivilen als auch in militärischen Bereichen Produkte entwickeln. Insbesondere Zürich ist wichtiger Standort, und das aus verschiedenen Gründen: Hier hat man direkten Zugang auf ETH-Abgänger_innen, die zentralen Arbeitskräfte der Tech-Industrie. Hier, im Zentrum des Kapitalismus, findet sich Kapital, das für die notwendigen Investitionen in neue Startups sorgt. Und hier lässt sich leicht ungestört arbeiten, zum Beispiel als Briefkastenfirmen, ohne den Standort der eigentlichen Büros öffentlich zu machen.
Palantir…
Das US-Unternehmen Palantir – in Zürich vertreten duch eine Treuhandfirma an der Löwenstrasse 20 – gehörte in den letzten Jahren zu den grossen Aufsteigern im Markt für Rüstungsgüter. Dabei produziert Palantir keine Waffen, sondern Software. Erst stattete man staatliche Repressionsbehörden mit Überwachungsprogrammen aus. Heute ist es auch das Militär, das hiervon profitiert: Eines der zentralen Kriegssysteme der US-Armee ist das „Project Maven“. Dabei werden Daten, zum Beispiel durch Drohnen und Überwachungssystemen gewonnen, dank Palantir in Echtzeit dargestellt und als Angriffsbefehle direkt weitergegeben. Krieg wird automatisiert und Unternehmen wie Palantir beschleunigen dabei massgeblich die ‚Kill Chain’; das ist die Angriffskette, die bei der Zielerkennung beginnt und beim Schiessbefehl endet. Der Vorgang dahinter lässt sich auch weniger technisch beschreiben: Das Geschäftsmodell von Palantir besteht aus Massenüberwachung und einer mörderischen Rationalisierung der Kriegsführung. Die Programme von Palantir sind auch in der Schweiz bestens bekannt, und dies nicht nur im militärischen Bereich: Palantir ist seit 2019 Partner des Medienunternehmens Ringier. Gleichzeitig ist Palantir auch ein beliebtes Investitionsprojekt. Die Nationalbank, die UBS, die Zürcher Kantonalbank, Zürich Versicherung und Swiss Life sind alle Aktienbesitzer des Unternehmens. Und dessen Wert steigert sich gerade konträr zur wirtschaftlichen Weltlage, weil das US-Militär die mörderische Wirksamkeit der Software live vorführt.
Anthropic…
Die amerikanische KI-Firma Anthropic – vertreten durch einen Briefkasten an der Bahnhofstrasse 1 – ist durch ihr KI-Modell „Claude“ bekannt. Verfolgte man die mediale Berichterstattung der vergangenen Monate, dann könnte man meinen, dass es sich dabei um ein Unternehmen mit hohem moralischem Anspruch handelt: Seit einiger Zeit befindet man sich im Streit mit der US-Regierung, insbesondere mit dem Kriegsministerium. Dieses will vollen Zugriff auf die Programme von Anthropic für das Militär. Anthropic wiederum will zwei Einschränkungen: Keine vollautomatisierten Waffensysteme und keine Massenüberwachung. Zu diesem kleinen Einschnitt ist man beim US-Militär nicht bereit. Dabei funktionierte die Zusammenarbeit zuvor ganz gut, und auch der Vorsitzende von Anthropic versicherte mehrmals: Es gibt mehr Gemeinsamkeiten als Differenzen mit dem Kriegsministerium. Anthropic lieferte beispielsweise das KI-Modell für die US-Kriegssoftware „Project Maven“ und damit die Grundlage der Bombardierung des Irans. Damit gibt es auch berechtigte Hinweise darauf, dass Anthropic Teil der mörderischen Angriffskette auf die Schule im Iran war, denn Zielmarkierung funktioniert im amerikanischen Krieg vollautomatisiert, und ein Unternehmen ist massgeblich für das KI-Modell dahinter verantwortlich: Anthropic.
OpenAI…
OpenAI – mit Briefkastenvertretung an der Talstrasse 83 – ist das Unternehmen hinter ChatGPT. Seit Jahren ist man bemüht, die non-Profit-Gesellschaft in ein profitables Unternehmen zu überführen und seit Jahren ist man deshalb auf Suche nach Absatzmöglichkeiten für das teuer entwickelte KI-Modell. Da kommt das US-Militär gerade recht: Nachdem Anthropic beim amerikanischen Kriegsministerium in Ungnade fiel, melde sich OpenAI sofort als Ersatz. Es ist nicht das erste Mal, dass man im Krieg lukrative Absatzmöglichkeiten sieht. Seit 2024 arbeitet man beispielsweise mit der amerikanischen Rüstungsfirma Anduril an der Entwicklung neuer Waffensysteme. Offiziell geht es darin um die Drohnenabwehr. Aber es ist allen klar: Anduril entwickelt gleichzeitig Angriffstechnologie und neue Waffensysteme für Soldaten, und die darin eingebauten KI-Modelle stammen aus der Entwicklung von OpenAI. Solche Anwendung scheinen erfolgsversprechend: Zu Beginn dieses Jahres bestätigte OpenAI die Zusammenarbeit mit zwei weiteren amerikanischen Rüstungsunternehmen, die an Systemen arbeiteten, um Drohnenschwärme durch Stimmeingabe zu steuern.
Amazon Web Services…
Amazon Web Services (AWS) – mit Standort am Mythenquai 10 – ist der Cloud Service von Amazon. Auf diesen sind auch militärische Bereiche mit ihrer gigantischen Datenmenge angewiesen. Damit ist AWS zugleich Schnittstelle für die verschiedenen kriegsbeteiligten Tech-Unternehmen. Vor zwei Jahren publizierte man beispielsweise eine Partnerschaft mit Palantir und Claude für das US-Militär: Auf der Basis der Amazon Cloud konnten die beiden unterschiedlichen Angebote leichter und schneller zusammengeführt werden. Der militärische Nutzen von AWS ist nicht neu. Das israelische Militär gab vor einiger Zeit bekannt, dass man die Dienstleistung von Amazon während des genozidalen Angriffs auf Gaza als Speicherort der riesigen Menge an Überwachungsdaten nutzte. Und auch die israelische Kriegsindustrie nutzt den Service. So greift beispielsweise das israelische Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems auf den Dienst von AWS zu, auch um Claude von Anthropic zu nutzen.
Gegen ihre Kriege, gegen ihre Herrschaft! Anti-Imperialismus heisst Kampf dem Feind im eigenen Land! Heraus zum 1. Mai!

