ZH: Politprogramm zum 1. Mai

24. April 2021

Zeit: 14:00

Veranstaltung I – Gesellschaft, Krise, Strasse: Wege nach vorn.

Veranstaltung II – Die Dockers von Genua: Proletarisch, antifaschistisch, internationalistisch.

Kochareal, Rautistrasse 22. Grosse Halle (draussen), ab 14:00 – Maskenpflicht und begrenzte Sitzplatzmöglichkeit!

Programm:

Veranstaltung I – Gesellschaft, Krise, Strasse: Wege nach vorn. 14:30

Nicht nur ein Blick über die Landesgrenzen hinaus zeigt, dass sich progressive Kräfte nicht zwischen rechten Corona-Leugner_innen und autoritärem Klassenstaat entscheiden müssen. Auch in der Schweiz wurden in den letzten Monaten an verschiedenen gesellschaftlichen Brennpunkten linke Initiativen gestartet, die das Heft wieder in die eigenen Hände nehmen wollen: Trotz Repression hat sich die Frauen- und Queerbewegung selbstbewusst auf die Strasse mobilisiert. Die antifaschistische Bewegung antwortet auf massive Repression mit militanter Gegenwehr. Ein Teil der proletarischen Jugend beginnt spontan ihre Interessen offen und konfrontativ zum Ausdruck zu bringen. Wälder werden besetzt und die Klimajugend lässt sich politisch nicht vom öffentlichen Raum verbannen. Auch im Gesundheitswesen beginnen sich Arbeiter_innen selbst zu organisieren und Mobilisierungen zu planen.

All diese Initiativen stehen vor grossen Herausforderungen. Wie können wir uns überhaupt die Strasse nehmen? Wie können wir als radikale politische Minderheit in eine an sich politisierte Situation intervenieren? Wie lässt sich Widerstand gegen das Abwälzen der Krise auf unserem Rücken aufbauen und gleichzeitig Rücksicht auf die gesundheitliche Krisensituation nehmen?

Veranstaltung II – Die Dockers von Genua: Proletarisch, antifaschistisch, internationalistisch. 17:00

Vor 2 Jahren organisierten sich Dockerarbeiter:innen in Spanien, Frankreich und Italien und verhinderten mit unterschiedlichen Aktionen, dass Frachter, gefüllt mit Kriegsmaterial, ins kriegsversehrte Jemen auslaufen konnten. In Genua erreichten die Dockers des „Collettivo Autonomo Lavoratori Portuali“ (CALP) durch einen Streik, dass besagtes Kriegsmaterial den Hafen nicht verlassen  konnte. Sie forderten, die Häfen für Kriegsgüter komplett zu schliessen und diese gleichzeitig für Geflüchtete zu öffnen.

Die Dockers von Genua verstehen ihren Kampf als proletarisch-antifaschistisch und in einer internationalistischen Tradition von Arbeitskämpfen. Aktuell stehen sie sowie Personen der „Antifa Genua“ für ihre Aktionen gegen die Rüstungsindustrie und in Solidarität mit Geflüchteten vor Gericht.

An der Veranstaltung reden sie über Erfahrungen aus ihren Kämpfen, über die aktuelle Repressionswelle und Perspektiven der internationalistischen Vernetzung. Zudem stehen das Erstarken rechter Initiativen rund um Genua und die antifaschistische Bewegung dagegen im Fokus der Veranstaltung. Dies nicht zuletzt, da genau vor 76 Jahren  – am 24./25. April 1945 – Genua durch die Partisan:innen befreit wurde.