Wir tragen eure Krise nicht!

27. März 2021

Zeit: 15:00

Ort: Zürich

Wir tragen eure Krise nicht!

In der Coronapandemie zeigt sich deutlich: Das Leben vieler Menschen wird geopfert, um weiterhin unaufhaltsam die Profitmaschine der Besitzenden in Gang zu halten – anstatt die Pandemie auf Basis von medizinischem Wissen radikal und solidarisch zugunsten aller einzudämmen.

Die gegenwärtige Pandemie trifft jene Menschen am härtesten, die auf den öffentlichen Verkehr angewiesen sind, die auf engem Raum arbeiten müssen, die in einem Mehrgenerationenhaushalt wohnen oder gar in Lagern oder in Gefangenschaft leben müssen. Als ob dies nicht genug wäre, werden viele Arbeitende ihrer Existenzgrundlage beraubt, ohne jegliche finanzielle Absicherung. Für Chefs sind Massenentlassungen eine Massnahme um ihre Stellung in der Wirtschaft zu sichern. Dabei ist es ihnen egal, wenn dadurch vielen Menschen die Lebensgrundlage unter den Füssen weggezogen wird. Bei der Swiss gab es sogar Massenentlassungen, nachdem der Bund ihnen 1.5 Milliarden Franken als Absicherung ausgesprochen hat. Im Gegenzug hat sich die Spitze der Swiss absurd hohe Dividenden auszahlen lassen.

Ansteckungen mit dem Covid-19 Virus sind – nebst den älteren Generationen – besonders für Menschen mit einem grossen Risiko verbunden, die an einer Vorerkrankung leiden und einen mangelnden Zugang zur gesundheitlichen Pflege haben.

Global zeigt sich, dass vor allem die Klasse der Lohnabhängigen in Jobs arbeiten muss, die zu sogenannten Vorerkrankungen führen, die zu wenig Lohn abwerfen, als dass eine gesunde Ernährung und eine genügende Gesundheitsvorsorge möglich wäre. Oder aber sogar, dass viele Menschen schlicht mit dem Verlust ihrer Arbeit alleine auf der Strasse stehen gelassen werden. Besonders betroffen sind dabei Menschen, die rassistischer und sexistischer Diskriminierung ausgesetzt sind. Welche sich nicht zuletzt, auch in der jeweiligen ökonomischen Situation widerspiegelt. Menschen, die unter strukturellem Rassimus leiden, haben noch mehr Mühe einen Job zu finden und FTIQ* Personen, die zuhause im Home Office arbeiten, leiden neben all der unbezahlten Carearbeit die sie leisten, vermehrt unter häuslicher Gewalt . Und Arbeiter*innen im Gesundheitswesen riskieren tag täglich ihr Leben bei der Pflege von Covid-19 Patient*innen, welches immernoch kaputtgespart und weiter privatisiert wird.

All dies macht offensichtlich, dass die aktuelle Pandemielage eine Krise ist, die bestehende Unterdrückungsformen verstärkt und die Wiedersprüche unseres Systems noch offener zu Tage treten lässt. Und es auf die Menschen abgewälzt wird, die am meisten darunter leiden.

Mir sind hässig!

Diese Pandemie führt uns klar vor Augen, dass das kapitalistische System für die allermeisten kein befriedigendes, gesundes und sicheres Leben zu bieten hat. Täglich sehen wir, dass diese Wirtschafts- und Gesellschaftsform nicht zum Wohle der Menschen da ist, sondern dass der Profit im Kapitalismus über der Gesundheit steht!
Somit ist offensichtlich, dass ein gutes Leben für alle nur jenseits des Kapitalismus möglich ist.

Als Revolutionär*innen kämpfen wir dafür, dass die Coronapandemie nicht auf die untere Klasse abgewälzt wird. Es ist an uns, Druck von unten aufzubauen, die Unmenschlichkeit dieses Systems aufzuzeigen und dieses unmittelbar anzugreifen. Dass dies möglich ist, zeigt sich überall auf der Welt in unterschiedlichsten Formen:

Im März 2020 haben Streiks im Tessin dazu geführt, dass die Arbeit auf den Baustellen eingestellt wurde.

Im November 2020 nahmen sich in Indien 250 Millionen Menschen die Strasse, um für ihre Existenz während und nach der Krise zu kämpfen.

Im März 2020 kam es in Italien zu massiven Gefängnisaufständen bis hin zu Massenfluchten, da ihnen jegliche Besuche und das Bewegen an der frischen Luft verboten wurde.

Im Januar 2021 streikten ganze Schulklassen an einer Berufsschule in St.Gallen, da sie schlicht keinen Bock mehr hatten, ihre Gesundheit in den zu kleinen Räumen zu riskieren.

Im März 2020 streikten Arbeiter*innen erfolgreich in Norditalien für angebrachte Schutzmassnahmen und bessere Arbeitsbedingungen während der Pandemie.

Der öffentliche Raum und die Strasse spielen während der momentanen globalen Krise eine zentrale Rolle und haben eine unabdingbare Relevanz. Es muss betroffenen Menschen möglich sein, ihre Kämpfe zu verbinden und diese auf die Strasse zu tragen, um der menschenfeindlichen Handhabung dieser Krise entgegenzuwirken. Zudem lassen wir nicht zu, dass sich reaktionäre und rechte Kräfte das politische Spielfeld in unsicheren Zeiten für ihre Propaganda zunutze machen.

Vereint können wir alles stilllegen! Kämpfen wir von der Schule zur Pflege, von der Fabrik zu den Büros, von den Knästen bis hin zu den Asyllager!
Gemeinsam gegen den Kapitalismus! Für eine solidarische Gesellschaft fernab von Ausbeutung und Unterdrückung!

Wir tragen eure Krise nicht! Aus den oben genannten Gründen, und vielen mehr, gehen wir am 27. März 2021 gemeinsam mit Masken auf die Strasse. Um 15:00 auf dem Hardplatz in Zürich! Kommt alle, denn nur gemeinsam sind wir stark!

De Zemmeschluss!

Von: https://barrikade.info/article/4224