Gefunden auf barrikade.info
Im Vorfeld vom 1. Mai haben wir am 25. April 26 die Kriegsfirma Google an der Tödistrasse beim Zürcher Seebecken angegriffen.
Die enge Verzahnung grosser Techfirmen mit den globalen Kriegen unserer Zeit ist bekannt. Anthropic zerstritt sich öffentlich mit der US-Regierung über die Nutzung ihrer Software im Krieg, OpenAI sprang in die Bresche, um dem US-Kriegsministerium mit ihrer KI zuzudienen, Palantir und Amazon Web Services sind nebst vielen anderen Schandtaten dafür bekannt, essentielle Elemente der israelischen Kriegsführung gegen Palästina, den Libanon und den Iran zu sein. Die Liste liesse sich beliebig verlängern, kleinere und lokalere Fische der IT-Branche sind ebenfalls Teil der dystopischen digitalisierten Kriegsführung im 21. Jahrhundert.

Wir widmen uns hier und jetzt einem grossen Fisch: Google. Alphabet Inc. (der Mutterkonzern Googles) ist im Zuge der Digitalisierung unserer Gesellschaft in den letzten 20 Jahre zu einem der grössten Unternehmen weltweit geworden. Überall dort, wo profitträchtige Gelegenheiten im digitalen Bereich schlummern oder geschaffen werden können, ist Google entsprechend vorne mit dabei. Der Krieg ist keine Ausnahme. Vor einem Jahr verwarf Google das selbstauferlegte Verbot, eigene KI für den Krieg zu nutzen. Heute wird etwa die genozidale Kriegsführung des israelischen Staates auf Google Cloud Servern berechnet (Project Nimbus) und das Pentagon setzt KI-Agenten von Google für bürokratische Tätigkeiten ein.
Die Ableger des Alphabet-Konzerns in Zürich sind bei diesen Projekten wesentlich involviert. Google DeepMind (ein Teil der KI-Bemühungen des Unternehmens) ist in Zürich ansässig, die ’Neuzuzüger’ der Tech-Welt in Zürich (wie eben OpenAI und Anthropic) bedienen sich vielfach bei DeepMind bei der personellen Besetzung ihrer neuen Büros in der Stadt. Google Cloud gehört fest zum Inventar von Google Switzerland. All das ist kein Zufall: Über die Greater Zurich Area und andere Initiativen hat die Zürcher Stadtregierung viel investiert, um in den letzten 20 Jahren Firmen wie Google, OpenAI, Palantir, Amazon, Anthropic anzuziehen, und so Zürich zu einem Zentrum der digitalen Kriegswirtschaft gemacht. Es ist ein Beispiel dafür, wie der hiesige Wirtschaftsstandort aus den Kriegen des Imperialismus Profit schlagen will.

Man kann vom Hundertsten ins Tausendste kommen, weiter ausführen, wie der Schweizer Staat ebenfalls bemüht ist, ein für die Kriegswirtschaft günstiges Klima zu schaffen und mit den Universitäten Drohnenprojekte und dergleichen initiiert, auf die ’traditionellen’ Waffenschmieden wie Rheinmetall in Oerlikon hinweisen oder auf die ganze Finanzwirtschaft und hiesigen Rohstofffirmen, die ebenfalls vom Krieg zu profitieren wissen. Oder man kann die Kritik praktisch werden lassen und mit Farbe die Feindschaft zum imperialistischen Krieg und seinen Nutzniessern markieren. Wir wissen, dass die Kriege und Kriegstendenz tief in der kapitalistischen Logik und seiner Krisenentwicklung verwurzelt sind, weswegen sich unser Angriff nicht nur konkret gegen Google richtet, sondern auch allgemein gegen ein System, welches mit seinem Profit- und Konkurrenzzwang, mit seiner weltweiten Ausdehnung von Ausbeutung und Unterdrückung den Krieg in sich trägt wie die Wolke den Regen.
Es steht der 1. Mai vor der Tür, der internationale Kampftag der Arbeiter:innen und unterdrückten Völker, der Kampftag all jener, die entschlossen ’Nein!’ zum imperialistischen Krieg und Irrsinn sagen, der Kampftag aller, die in irgendeiner Form darauf hinarbeiten, Kapitalismus und Imperialismus auf den Müllhaufen der Geschichte zu entsorgen und Perspektiven hin zur Revolution aufzureissen. Diese Perspektive ist und bleibt bestimmend, der Angriff auch Ausdruck eines fundamentalen Bruchs mit einem System, das uns nichts anderes als Verelendung und Barbarei zu bieten hat. Verbinden wir die hiesigen Kämpfe – der Frauen und Queers, der Antifas, der Arbeiter:innen… – und internationalen Kämpfe – Rojava, Palästina, Türkei, Kuba, Indien, Philippinen… – am 1. Mai auf den Strassen, schaffen wir einen wütenden und entschlossenen Ballungspunkt des Widerstands gegen den Kapitalismus und seine Krise, hier, in einem der Herzen der kapitalistischen Bestie.
Heraus zum 1. Mai!