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Thursday, 2. September 2010
 
 
INNSE: Barrikaden und Stürmung Drucken E-Mail
Wednesday, 11. February 2009

Am Samstag haben wir am 3. Treffen des Netzwerks für eine kämpferische Bewegung der ArbeiterInnenin Rodi die Genossen der INNSE wieder getroffen. Sie erzählten über die grosse Solidarität, welche sie in über 7 Monaten Arbeitskampf genossen, und über die bevorstehende "Schlacht". Die INNSE-ArbeiterInnen bereiteten sich auf eine harte Auseinandersetzung mit dem Unternehmer und seiner Polizei Anfang dieser Woche vor. Aber die Entschlossenheit war in Rodi zu spüren. 

Die schlechte Nachricht ist, dass heute 200 Bullen den Angriff auf die Fabrik starteten. Einige ArbeiterInnen und UnterstützerInnen sind verletzt und im Notfall, die Barrikaden und die Streikposten konnten durchbrochen werden. Die gute Nachricht ist, dass der Unternehmer Genta sich schliesslich aber wieder zurückgezogen hat.

Wir haben hier die letzten zwei Meldungen und einen Link zu einem Video aufgelistet. Wenn ihr Euch solidarisch betätigen wollt, meldet Euch beim Solikomitee Zürich unter www.solikomitee.ch. In Kürze werden wir Tonaufnahmen von der Delegation der INNSE am 3. Treffen in Rodi auf das Netz laden.

INNSE: die Festungsmauer der Solidarität (8.2.09)

Nach dem unnützen Treffen bei der Regionalregierung schliessen die Besetzer die Reihen vor den Werkstoren. Genta wird wieder angreifen. Er ist daran, sich in Turin zu organisieren und hat den Schutz der Ordnungskräfte angefordert, um mit der Demontage der Fabrik zu beginnen. Es gilt, ihn vor den Toren zu stoppen. Andere ebenfalls von Entlassungen betroffene Betriebe sind bereit, sich dem Kampf anzuschliessen. Gruppen, Komitees und Einzelpersonen verstärken die Solidarität und sind entschlossen, sich vor den Werkstoren aufzustellen. Den Solidaritätsaufruf unterschrieben haben mehr als tausend Personen, entweder auf dem Blog der INNSE oder die Unterschriften direkt ins Besetzercamp gebracht.

Viele Bewohner der Gegend haben sich zusammengetan und entfalten, in Absprache mit den ArbeiterInnen der INNSE, über ihre zugesicherte Anwesenheit hinausgehende Aktivitäten, um Gentas Angriffen die Stirn zu bieten. Die Front wird immer breiter und geschlossener. Von der Arbeiterdelegation der Marcegaglia aus Sesto sind zum zweiten Mal wertvolle Spenden eingetroffen, Brennholz, damit sich die nächtlichen Posten vor den Werkstoren aufwärmen können. Bereits früher überbrachten die Arbeiter der Marcegaglia zusammen mit ihrem Betriebsrat nebst einer Geldspende eine Kiste mit Nahrungsmitteln, typische Produkte aus einigen Regionen Italiens. Das GAS (gruppo acquisto solidale) aus Lambrate hat zum zweiten Mal Gemüse vorbeigebracht. In der vergangenen Woche sind die Vorräte an Lebensmitteln vom GAS aus dem Gallaratese-Quartier aufgefüllt worden. Nahrungsmittelspenden überreicht haben auch die Vereine “equo solidali”, “Chicomendes”, “coord. nord sud del mondo”, Geldspenden sind von der Ausstellung “Al lavoro” aus Sesto gekommen, die dem Kampf bei INNSE Raum gewidmet hat. 
 
Der Widerstand bei INNSE geht weiter. Die Kontakte, um erneut Verhandlungen auf die Beine zu stellen, werden fortgeführt. Wenn Genta ein weiteres Mal versuchen will seinen Kopf durchzusetzen, wird er von der Festungsmauer der Solidarität aufgehalten werden. 



INNSE: Arbeiter von der Polizei brutal niedergeknüppelt (10.2.09)

Heute Nacht (Dienstag, 10. Februar 2009) um drei Uhr morgens ist Genta in Begleitung von zweihundert Polizisten und Carabinieri zurückgekommen, um die Werkstore zu stürmen. Diese werden von den ArbeiterInnen bei INNSE seit neun Monaten besetzt gehalten, damit der Firmenbesitzer die Maschinen nicht wegschaffen kann. 

“Wir waren sehr viele dank der Solidarität aller”, schreibt ein Arbeiter im Blog der INNSE, “aber sie waren noch viel mehr. Genta ist wie ein Dieb durch den Hintereingang in den Betrieb gelangt, hinterlistig und mit Hilfe der Gewalt, mit der die Ordnungskräfte uns begegnet sind. Er selbst hat mit einem Bagger das Tor eingedrückt und alles beseitigt, was wir davor aufgerichtet hatten, um ihm den Eintritt zu verunmöglichen.“ Dort fand dann auch der erste Zusammenstoss mit den Ordnungskräften statt, die auf die Arbeiter einprügelten: „Wer hingefallen war, wurde erbarmungslos niedergeknüppelt, sogar zwei Rentner, die ihre Solidarität gezeigt hatten.“ 

Auf die Forderung der Arbeiter, einen Delegierten des Betriebsrates und einen Delegierten der Gewerkschaft in den Betrieb zu lassen, damit diese kontrollieren können, dass Genta keine Maschinen demontiere, antwortet die Polizei mit einem schroffen Nein. In der Folge erleiden die Arbeiter einen weiteren Angriff, der noch heftiger ist als der vorangegangene und bei dem sie eingekreist und ins Gesicht geschlagen werden. Drei Arbeiter werden mit gebrochener Nase und Kopfverletzungen in die Notfallklinik gebracht. Laut der Zeitung “Il Messaggero” sind auch sechs Carabinieri und ein Polizeichef von Steinwürfen und Schraubenschlüsseln, mit denen die Arbeiter versucht haben sich zu verteidigen, getroffen und verletzt worden. Nach einigen Verhandlungen gelangen um 7.30 Uhr zwei Gewerkschaftsvertreter in den Betrieb, um die Lage zu überprüfen. Um 11.45 ziehen sich Polizei und Carabinieri zurück, angesichts des Widerstands der Arbeiter ist Gentas Plan ein weiteres Mal gescheitert. 

«Die Ordnungskräfte, die Arbeiter verprügeln, um dem Firmenbesitzer zu erlauben, die Maschinen wegzuschaffen und so 49 Familien ohne Arbeit zu lassen: das ist es, was ich heute im Morgengrauen vor der INNSE gesehen habe», erklärte der Europa-Abgeordnete von Rifondazione, Vittorio Agnoletto, der bei der Besetzung dabei war. «Ich wollte meinen Augen nicht trauen, diese Szenen, dachte ich, würden einer inzwischen fernen Vergangenheit oder Dokumentarfilmen angehören, es ist eine Schande für einen Staat, der auf der Arbeit aufgebaut ist, wie unsere Verfassung vorspielt». Der Regionalabgeordnete des Prc (Partito della Rifondazione Comunista), Luciano Muhlbauer spricht von «einem völlig wahllosen Angriff der Carabinieri, während dessen die Arbeiter auf den Kopf geschlagen und niedergeknüppelt wurden, zusammen mit einem Gewerkschafter der Fiom und meiner Wenigkeit, obwohl meine Eigenschaft als regionaler Abgeordneter von den vor Ort Verantwortlichen erkannt worden war.» Deutlich auch die Stellungnahme von Fiom-Cgil: «Was bei INNSE vorgefallen ist, ist äusserst schwerwiegend. Es ist das Zeichen des Willens, die Arbeiter mit Gewalt zum Schweigen zu bringen. Es ist das Zeichen des Willens, jene in die Knie zu zwingen, die sich in diesem Land der Logik der Betriebsschliessungen und Entlassungen entgegenstellen. Die Fiom von Mailand steht auf der Seite der Arbeitenden, der INNSE-Arbeiter, jener, die den eigenen Arbeitsplatz und die eigene Würde verteidigen».

(Bericht zusammengestellt und übersetzt aus : www.operaicontro.it und www.myspace.com/presidioinnse)

Video der Barrikade, die INNSE-Arbeiter in der Nacht gebaut hatten: http://www.c6.tv/archivio?task=view&id=2942


 
 
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